Künstler 2010 – Portrait Istanbul

Metin Celâl

Metin Celâl (*1961, Ankara, Türkei) hat Erdöltechnik und Journalismus studiert. Durch seine Lyrik zieht ein zielloses Personal, Verwirrung schlägt durch die Verse. Doch seine Gedichte sind nicht nur Ausdruck von Orientierungslosigkeit, sondern auch Antwort darauf: Das Wort ist die Nadel, die verdichtete Sprache der Kompass des Dichters.
Celâl gehört zu den Gründern der Bewegung „1980s Poetry“. Zusammen mit den anderen Dichtern der Bewegung veröffentlichte Celâl Gedichte in den Lyrikmagazinen „Imge/Ayrim“ (1984), „Poetika“ (1985), „Fanatik“ (1989). Außerdem sind von ihm zahlreiche Literaturkritiken in bekannten türkischen Literaturmagazinen („Varlik“, „Gosteri“, „Sanat Olayi“) erschienen.
Celâl arbeitete als Herausgeber in Verlagen („Imge“, „Gunes“) und Literaturmagazinen: „Sombahar“ und „E“ . Außerdem gründete er eine Internetseite für Türkische Poesie der Gegenwart www.turksiir.com.Seit 1996 ist er Genralsekretär der „Turkish Publishers Association“ und seit 2001 Direktor der „Edisam, Literature and Science Writers Association“.
Metin Celâls Texte wurden unter anderem ins Englische, Französische, Deutsche und Rumänische übersetzt.
Veröffentlichungen (Auswahl):
Adım Olum, Cizgi Publishing, 1986.
Kendi Kendini Tatmin , Cizgi Publishing, 1989.
Konformist , Korsan Publishing, 1993.
Ne Güzel Çocuklardık Biz, Gendas, 2000.
Gitmek Zamanı, Gendas, 2002.

Emrah Gökmen

Emrah Gökmen (*1986, Tunceli, Türkei) hat fünf Jahre in Istanbul gelebt und dort am Konservatorium "Müjdat Gezen" Musik studiert. Er singt Volkslieder auf Türkisch, Kurdisch, Armenisch und Persisch. Die Themen der Lieder sind u.a. die sozialpolitischen Ereignisse in der Türkei. Gökmen lebt seit einem halben Jahr in Berlin.

Küçük İskender

Küçük İskender (*1964 Istanbul, Türkei) ist derzeit gleichzeitig einer der beliebtesten und radikalsten Dichter der Türkei. Die Verlegerin Beatrix Caner nennt ihn einen „echte[n] Rebellen“. Er entstammt einer wohlhabenden Familie, mit der er früh gebrochen hat. Sein Werk verweigert sich allen Zuordnungen. Erste Gedichte erschienen 1986 in Zeitschriften. Seither hat er neben Gedichtbänden auch viele Essays und Romane veröffentlicht. In seinen Gedichten verbindet er mit leichter Hand Einflüsse aus der Hoch- und Subkultur zu einer aggressiven, fließenden Sprache. Kein türkischer Dichter hat vor ihm so tabulose Gedichte geschrieben. Er nennt sich selbst einen Metropolenkünstler. Eines seiner Themen ist das chaotische Zeichensystem einer kosmopolitischen Welt. Seine manchmal ironische, manchmal symbolische Sprache versucht diesen verwirrenden Reichtum durch endlose Assoziationen und Wortspiele wiederzugeben. İskender beschreibt außerdem Menschen, die aufgrund ihrer Sexualität ein Leben im gesellschaftlichen Abseits führen– eine Seltenheit in der türkischen Literatur. Im Jahre 2003 las er bei dem ersten „Kongress Türkeistämmiger Homosexueller“ in Berlin seine Deklaration zu diesem Thema vor.
Veröffentlichungen (Auswahl):
Gözlerim Sığmıyor Yüzüme. („Meine Augen passen nicht in mein Gesicht“), Adam Yayınları, 1988.
Periler Ölürken Özür Diler. („Feen entschuldigen sich beim Sterben“), Gendaş, 1994.
Belden Aşağı Aşk Hikâyeleri. („Liebesgeschichten unter der Gürtellinie“), Parantez, 1996.
Cehenneme Gitme Yöntemleri. („Methoden des in die Hölle Fahrens“), Parantez, 1999.
Zatülcenp. ( „Brustfellentzündung“), İnkılâp, 2000.
Aşk Şiirleri Kolonisi. („Kolonie der Liebesgedichte“), Everest, Istanbul, 2004.

küçük İskender - Çin Lokantası

Gonca Özmen

Gonca Özmen (*1982, Burdur, Türkei) promovierte in Anglistik an der Universität Istanbul. Sie eröffnet der türkischen Lyrik neue Wege, indem sie in ihren Liebesgedichten unverbrauchte Sprachbilder entwirft, die einerseits auf die Natur, andererseits auf das urbane Leben zurückgreifen: die Licht- und Hinterhöfe Istanbuls sind Bestandteil von Özmens metaphorischem Fundus.
Ihr erstes Gedicht wurde 1997 veröffentlicht; zu diesem Zeitpunkt war sie erst 15 Jahre alt. Zwei Jahre später bekam sie den Ali Riza Ertan Poesiepreis. Im Jahre 2000 erschien ihr erster Gedichtband, „Kuytumda“, der mit dem Orhan Murat Ariburnu Preis für Poesie ausgezeichnet wurde. 2003 erhielt sie dann den Berna Moran Poesiepreis der Universität Istanbul. Ihr zweiter Gedichtband „Belki Sessiz“ erschien 2008.
Zusammen mit Freunden brachte sie ein Magazin für literarische Übersetzungen heraus „Ç. N.“ (Çevirmenin Notu), außerdem ist sie die Herausgeberin des monatlich erscheinendem Literaturmagazins „Palto“.
Özmen nahm an vielen internationalen Dichterlesungen teil. Ihre Gedichte wurden ins Englische, Französische, Deutsche, Spanische, Slowenische und ins Farsi übersetzt.
Veröffentlichungen:
Kuytumda, 2000.
Belki Sessiz, 2008.