Künstler 2010 – Poetische Zone Israel

Shimon Adaf

Shimon Adaf (*1972, Sderot, Israel) lebt als Autor, Musiker und Lektor in Tel Aviv. Bereits als Kind war er „dazu verdammt, Gedichte zu schreiben“. Während seines Wehrdienstes veröffentlichte er dann seine ersten Texte. Für sein Lyrikdebüt erhielt er 1997 den Preis des Israelischen Erziehungsministeriums. Er war Liedtexter und Gitarrist der Rockband „Ha’atzula“ (Die Aristokratie). 1996 brachte die Band ihr erstes Album heraus. 2004 erschien „Soon there will be Summer“, darauf sieben Lieder, die er selbst komponiert und eingespielt hat. Er schrieb für führende Zeitschriften Artikel über Literatur, Filme und Rockmusik. Adaf war zudem Gründungsmitglied des Literaturclubs „Ev“. Einer der Ziele dieses Clubs ist es, eine neue poetische Verbindung zwischen altem und modernem Hebräisch zu finden.
Veröffentlichungen (Auswahl):
Icarus` Monologue. Gedichte, Gvanim. Jerusalem 1997.
What Which I Thought Shadow Is the Real Body. Gedichte, mit CD, Keter, Jerusalem 2002.
One Mile and Two Days Before Sunset. Roman, Keter, Jerusalem 2004.
A Mere Mortal.Roman, Achuzat Bait 2006.
Aviva-No.Gedichte, Ovir 2009.

Chedwa Harechawi

Chedwa Harechawi (*1941 im Kibbuz Degania, Israel) ist Malerin und Dichterin. Sie absolvierte die Bezalel Academy of Art in Jerusalem und widmete sich neben ihrer eigenen ästhetischen Produktion der Arbeit mit psychisch kranken Kindern und Erwachsenen in künstlerischen Projekten der Stadt Jerusalem.
Die lyrische Stimme in ihrem Werk ist immer leidenschaftlich, obsessiv und unerbittlich. Anschaulich und sensibel stellt sie die Risse und Brüche der inneren Welt des Menschen dar und reflektiert das Leben, seine Fragilität wie seine Härte.
Harechawi hat vier Gedichtbände veröffentlicht. Ihre Texte wurden ins Englische, Russische und Arabische übersetzt und in Anthologien veröffentlicht. Deutsche Übersetzungen erschienen jüngst in der Zeitschrift „Neue Sirene“ Heft 24/25.
Sie gewann mehrere Literaturpreise, darunter den bekannten Prime Minister Prize und den Eshkol Award for Creativity and Poetry. Für ihren ersten Gedichtband wurde ihr der First Publication Preis verliehen.
Veröffentlichungen (Auswahl):
Denn er ist König, 1974.
Ady , 1981.
Ich wollte Dir nur sagen, 1985.
Der Andere, 1993.

Rona Kenan

Rona Kenan (*1979, Jaffa, Israel) ist Sängerin, Songschreiberin und Gitarristin. In Israel ist sie eine der bekanntesten Musikerinnen ihrer Generation. Seit ihrem 18ten Lebensjahr tritt sie als Sängerin und Performerin auf. Von Beginn ihrer Karriere an hat sie Texte einige der berühmtesten Dichter Israels (z.B. von Yona Wallach und Leah Goldberg) vertont und aufgeführt.
Sie veröffentlichte drei erfolgreiche Soloalben und komponierte Musik für Filme und TV-Serien. Ihr erste CD wurde als bestes Album des Jahres gewürdigt, ihr dritte CD, „Shirim Le Yoel / Songs for Joel“, brachte ihr den bedeutenden „AKUM Songwriter of the Year Award“ ein. Es thematisiert das Leben ihres Vaters, Amon Kenan, eines bilderstürmerischen Friedensaktivisten. Für ihre Performance wurde sie von den israelischen Radiostationen zur besten Sängerin des Jahres gewählt.
Rona ist eine der ersten israelischen Sängerinnen, die sich offen zu ihrer Homosexualität bekannten. Ihre dunkle Stimme, ihre kraftvollen Auftritte und ihre sarkastischen Texte widersprechen den herkömmlichen Vorstellungen, wie eine typische Künstlerin Israels zu sein hat.
Veröffentlichungen CD (Auswahl):
Breathing Down to Zero, 2004.
Through foreign Eyes, 2007.
Songs for Joel, 2009.

‎‫רונה קינן "שירים ליואל" פסטיבל ישראל 2009 www.yosmusic.com‬

Amir Or

Amir Or (*1956 Tel Aviv, Israel), Dichter, Übersetzen und Verleger, gehört zu den populärsten Autoren in Israel. Er hat Philosophie und vergleichende Religionswissenschaft in Jerusalem studiert. Das Interesse des Sprachforschers an griechischer Mythologie spiegelt sich in seinen Gedichten wider, die in bislang acht Bänden erschienen sind und in mehr als 30 Sprachen übersetzt wurden: „The Song of Tahira“ ist ein epischer Roman in metrischer Prosa, der Gedichtband „Day“ nimmt das jüdische Gebetsbuch als Ausgangspunkt und interpretiert es.
In seiner Poesie experimentiert Or mit allen Dialekten der alten Kultur-Sprache Hebräisch, um die verschiedenen Perioden der Sprachentwicklung aufzuzeigen.
Amir Or ist Initiator und Organisator des Helicon-Projekts – seit 1990 sind unter diesem Namen eine Lyrikzeitschrift, ein Verlag, ein Festival und eine arabisch-hebräische Dichterschule entstanden. Amir Or ist der Vertreter Israels für das von der UN-geförderte Projekt „Poets for Peace“ und hat als Gastdozent an zahlreichen Universitäten creative writing unterrichtet.
Für sein Schaffen hat er den Preis des israelischen Premierministers, den Bernstein Preis und den Holon Preis erhalten.
Veröffentlichungen (Auswahl):
Heart Beast, Keshev publishers, 2010.
Muzeion Hazman (The Museum of Time), Ha-kibbutz Ha-meuchad, 2007.
Shir Tahira (The Song of Tahira), Xargol, 2001.
Yom (Day), Ha-kibbutz Ha-meuchad & Tag, 1998.
Shir (Poem), Ha-kibbutz Ha-meuchad, 1996.
Übersetzungen:
Limb-Loosening Desire (Anthologie erotischer griechischer Poesie), 1993.
To a Woman von Shuntaro Tanikawa (aus dem Japanischem mit Ehefrau Akiko Takahashi), 2000.
Amir Or im ZVAB

‫אמיר אור קורא בפסטיבל "שער" 2009 של הליקון‬

Anat Pick

Anat Pick (*1955 in Kfar Saba, Israel) ist Soundpoetin, Komponistin und Performerin. Sie begann ihre Karriere als Musikerin, entwickelte dann aber Laut-Performances, die auf einer Mischung der Phonetik östlicher und westlicher Sprachen basieren.
Anat Picks Texte sind streng gebaute Stimmwerke, die das Grenzgebiet zwischen Sprache und Musik ausloten. In ihrem technisch virtuosen Vortrag verschmelzen Körper und Artikulation, Semantik, Syntax und Sound zu einer Einheit.
Ihre erste lange Performance, The Forbidden Museum, wurde 1997 im Rahmen der Wiener Festwochen aufgeführt. Seither trat sie bei vielen wichtigen Poesie- und Musikfestivals in Israel, Europa und Asien auf.
Pick arbeitet regelmäßig mit anderen Dichtern und Musikern zusammen, nicht selten in freien Live-Improvisationen. Pick hat mehrere Ensemble-Werke verfasst, etwa Musica Nova und Israel Contemporary Players. Ihr jüngstes Werk Tongues and Levers kam 2009 in New York zur Aufführung.
Pick hat seit Jahren ein anhaltendes Interesse an dadaistischer und futuristischer Dichtung. 2008 forschte sie dazu als Gast des International Dada Archive an der University of Iowa. Zurzeit arbeitet sie an einer CD mit Gedichten der Dada-Künstlerin Elsa von Freytag-Loringhoven.
Veröffentlichungen (Auswahl):
Dada Sound Poetry (CD). Gedichte von Kurt Schwitters, Hugo Ball, Tristan Tzara. (Produziert in Zusammenarbeit mit dem Janco-Dada Museum, Ein Hod, Israel, 2008.
"Double-Text " / "Hearat Shulaym" (Partitur) (Sound & Text Editors: Lea Mauas, Diego Rotman. Salamanca group, Israel, 2002.
"Cartoons" for voice and large ensemble (Partitur) Musik von Menachem Zur, Sound Text von Anat Pick (Israeli Music Center publication, 2009.
tongue Trum 2 (Partitur) in "The Iowa Review" Jahrgang 39 Nr. 2, The University of Iowa Press, USA, 2009.

Israeli poetry with free improv bass, part 2