Künstler 2006 – VERSschmuggel

Andreas Altmann

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Andreas Altmann (1963, Hainichen/Sachsen) lebt in Berlin. Er hat u.a. als Schriftsetzer, Orchesterwart sowie als Betreuer bei geistig behinderten Menschen gearbeitet. Andreas Altmann hat zum jetzigen Zeitpunkt fünf Gedichtbände veröffentlicht. Obschon die Gedichte geographisch verortbar sind, lassen sie sich dennoch nicht biographisch, historisch oder sozial zuordnen. Es herrscht eine Doppeldeutigkeit der syntaktischen Bezüge, eine Vermischung von Innen und Außen, von Abstraktem und Konkretem, eine Sehnsucht nach Erlösung. Grundtenor ist die Natur und die Melancholie des Unverortetseins, die in einer schnörkellosen, bedächtigen Auswahl an Worten dargelegt wird, die sich von wabernden Klangspielen entfernen und versöhnlich bleiben.
Veröffentlichungen (Auswahl): das langsame ende des schnees (2005), Augen der Worte (2004), die verlegung des zimmers (2001), wortebilden (1997).
Auszeichnungen (Auswahl): Erwin Strittmatter Preis (2004), Wolfgang Weyrauch-Förderpreis (1997). Christine Lavant-Lyrik-Preis, Wolfsberg (1997).

Dimitris Chouliarakis

(de)

Dimitris Chouliarakis (1957, Athen/Griechenland) ist Dichter, Übersetzer und Pianist. In Warschau und Lodz studierte er Sozialwissenschaften und Regie. Er hat u.a. Werke von W. B. Yeats, J. Joyce, E. Yevtushenko in seine Sprache übersetzt. Er ist Verleger des Literatursupplements der Zeitung „To Vima tis Kyriakis”. Seine Gedichte sind oft an intime (Körper)sphären gebunden, entwickeln aber durch eine sehr raffinierter Klangreichtum einen Hang zum Universellen, sich offen Mitteilenden. Privates und Geschichtliches verfließen, die Zeit wird oft in der Suche nach existenziellen Botschaften aufgelöst. Melancholie und Großstadtbilder, Mythos und feine Fügungen von Objektiven werden zusammengeführt und ineinander aufgehoben, in der Intention ähnlich den Gedichten von Konstantinos Kavafis.     
Veröffentlichungen (Auswahl): The Pent-Up Life (2002), Superga is Waiting (1999, 1992, 1987), The Remains of the Days (1994): Die Titel der Werke sind aus dem Griechischen übersetzt
.Auszeichnungen (Auswahl): Lambros Porfyras Preis der Athenian Academy (2004), Diavazo Poetry Award (2003).

Franz Josef Czernin

(de)

Franz Josef Czernin (1952, Wien) verfasst Gedichte, experimentelle Prosa, Theaterstücke, Essays, Aphorismen. Czernin studierte ab 1971-1973 in der Indiana University (Bloomington, USA). Seit 1980 arbeitet er am Projekt der „Kunst des Dichtens“, einer lyrischen Enzyklopädie, in der er versucht, alle Formen, Verfahren und Themata der Poesie in einem literarischen Werk zu integrieren. Franz Josef Czernin gilt als Vertreter der österreichischen Avantgarde. Er verwendet eine erweiterte Form des Sonettkranzes als Organisationsprinzip und macht die mythischen Urkategorien der Elemente Wasser, Feuer, Erde Luft nicht nur zum Thema seines Sonettzyklus, sie prägen die Gedichte auch in ihrer Form. Czernins Sprache ist radikal und modern, bewundernswert die Verknappungen und Verfremdungen, die zu einer verstörenden Fremdheit führen.
Veröffentlichungen (Auswahl): das labyrinth erst erfindet den roten faden (2005), Elemente, Sonette (2002), Voraussetzungen. Vier Dialoge (2002), "William Shakespeare/Franz Josef Czernin. Sonetts. Übersetzungen" (1999); Anna und Franz. Sechzehn Arabesken (1998).
Auszeichnungen (Auswahl): Heimrad-Bäcker-Preis Linz (2003), Anton Wildgans-Preis der österreichischen Industrie (1999, 1998), Hermito von Doderer-Literaturpreis (1997), Preis der Stadt Wien für Literatur (1997).

Elke Erb

The poetry of Elke Erb (b. 1938 in Scherbach in the Eifel region of Germany) combines linguistic analysis, discursivity, everyday worlds and subtle references to history, literature and art. Over the decades she has lost nothing of her energy, zest and playful precision.
Erb moved to Halle in the GDR with her family in 1949. There, she initially studied Education, History and German language and literature, and worked by her own decision as an agricultural worker on a state-owned farm, subsequently completing a degree in Education. During this time she made her first literary efforts.
From 1963-66 Erb worked as a volunteer and subsequently as a reader in the Mitteldeutscher Verlag, Halle. In 1966 she moved to Berlin, writing reviews and preparing opinions for publishing houses on Russian fiction. Her first poems were published in 1968. From 1968 to 1978 she was married to the writer Adolf Endler, who died in 2009. It was at this time that she began translating from the Russian in addition to her own literary production.
Elke Erb has been awarded many prizes for her poetry including the Peter Huchel Prize, the Heinrich Mann Prize, the Erich Fried Prize, the Award of Honour of the Schiller Foundation and the Hans-Erich Nossack Prize for her life's work.
Publications (a selection):
Trost. Gedichte und Prosa. Selected by Sarah Kirsch, Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1982.
Vexierbild, Aufbau-Verlag, Berlin, Weimar 1983.
Kastanienallee. Texts and Commentaries, Aufbau-Verlag, Berlin/Weimar 1987.
Mensch sein, nicht. Poems, Urs Engeler Editor, Basel/Weil am Rhein 1998.
Sachverstand. Werkbuch. Poems, Urs Engeler Editor, Basel/Weil am Rhein: 2000.
die crux. Poems. Urs Engeler Editor, Basel/Weil am Rhein 2003.
Gänsesommer. Poems. Urs Engeler Editor, Basel/Weil am Rhein 2005.
Sonanz. Poems. Urs Engeler Editor, Basel/Weil am Rhein: 2008.
Elke Erb at ZVAB

El triunfar (Elke Erb, Alemania)

Sylvia Geist

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Sylvia Geist (1963, Berlin) studierte von 1982-89 Chemie, Germanistik und Kunstgeschichte an der TU Berlin und lebt bei Hannover. Neben der Tätigkeit als Lyrikerin, Rezensentin, Autorin von Prosa, freie Redakteurin und Herausgeberin von Anthologien leistete Geist bereits Arbeiten für den Rundfunk. Die Gedichte von Sylvia Geist zu lesen bedeutet, in ein hochsensibles Geflecht einzutauchen. Vorsichtig müssen die einzelnen Bilder aufgelöst und entmaterialisiert werden, um den Komplex zu begreifen. Die Elegien zeugen von Trotz und dem Moment des Schmerzes. Es geht um Wahrnehmung, den Körper und dessen Verbindung zur Außenwelt. In ihrer Lyrik durchdringen sich Sprachstile: die Exaktheit wissenschaftlicher Bezeichnung, das Fahrige der Umgangssprache und nicht zuletzt die extreme Verdichtung poetischen Sprechens.
Veröffentlichungen (Auswahl): Mitlesebuch 67 (2006), Die Umgebung des Auges (2004), Nichteuklidische Reise (1998), Morgen Blaues Tier (1997). Hg. “Zwischen den Linien. Eine polnische Anthologie.“ (1996), „Im Garten der Wörter. Orte und Gegenstände slowakischer Literatur“ die horen Nr. 208 (2002)
Auszeichnungen (Auswahl): Jahresstipendium des Landes Niedersachsen (2006), Stipendium im Künstlerhaus Edenkoben (2006), Lyrikpreis Meran – mit Oswald Egger (2002), Stipendium Klagenfurter Literaturkurs (1999), Literaturförderpreis des Landes Niedersachsen (1998).

Bogomol Gjuzel

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Bogomil Gjuzel (1938, Čačak/Serbien) ist mazedonischer Dichter, Romanautor, Dramaturg, Essayist und Übersetzer von T.S. Eliot, Shakespeare etc. Er hat am Institut für Anglistik in Skopje / Mazedonien 1963 sein Studium abgeschlossen. Die Lyrik von Bogomil Gjuzel ist geprägt von Symbolen der Geschichte seines Landes und denen populärer balkanischer Legenden. Die politische und kulturelle Landschaft Macedoniens wird abgebildet in Portraits der Natur und religiösen Monumenten. In einer Sprache, die sowohl hell als auch kontrolliert ist, wandelt er antike Stätten in Schauplätze zentraler Gedanken und Sorgen unserer Zeit, antike Verzauberung betritt die Metren des zeitgenössischen freien Verses, der dadurch sogar tiefer und geheimnisvoller wird. Ursprüngliche Symbole erhalten bei Gjuzel ihre verlorene Universalität zurück. Die Lyrik ist besonders bewegend durch die Nähe zu bevorstehendem Verhängnis, wachsende Verzweifelung und Hoffnungslosigkeit im Angesicht von immer neuen Ungerechtigkeiten und Leid, die nicht leicht behoben werden kann.
Veröffentlichungen (Auswahl): Survival (2004), Poèmes choisis (2003), Selected Poetry 1962-2002 (2002), She/It (ein Langpoem, 2000), Darkness and Milk (1986, 1987 auf Serbokroatisch), A Well in Time (1972), Odysseus in Hell (1969), Libation Bearers (1966): Die Titel der Werke sind aus dem Original übersetzt.
Auszeichnungen (Auswahl): Aleksa Šantić Preis (1987), Buch des Jahres - Brothers Miladinov Preis (1966), Brothers Miladinov Preis (1972).

Dieter M. Gräf

Dieter M. Gräf (*1960, Ludwigshafen, Germany) has been living in Berlin since 2005. He has emerged as an author of artistic, lyrical texts. His many-voiced poems are based around the world. They take the reader to Turkey, India, Taipei, the Californian desert or Ground Zero in New York. Illustrious characters populate the pages of his books and you come across such diverse historical figures as Malcolm X, Mussolini, the archaeologist Johann Joachim Winckelmann, the publisher Feltrinelli or even Pier Paolo Pasolini. An article about Gräf’s poetry in the "Frankfurter Rundschau" newspaper spoke of “complex textures” and of “high tension and verbal frictional heat”. The reviewer positioned the poet in German literary history as the Rolf Dieter Brinkmann’s legitimate successor.
Publications (a selection):
Rauschstudie: Vater und Sohn, Suhrkamp, Frankfurt/Main 1994.
Treibender Kopf, Suhrkamp, Frankfurt/Main 1997.
Westrand, Suhrkamp, Frankfurt/Main 2002.
Buch Vier, Frankfurter Verlagsanstalt, Frankfurt/Main 2008.
Dieter M. Gräf at ZVAB

Hadžem Hajdarević

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Hadžem Hajdarević (1956, Kruševo/Bosnien-Herzegowina) ist Dichter, Publizist, Erzähler, Kinderbuchautor und Verleger. Er lebt in Sarajevo und wurde im Rahmen seiner Tätigkeit für die Association of Writers of Bosnia and Herzegowina Präsident des Organisationskommitees der internationalen «Sarajevo Poetry Days». Die multikulturelle Vergangenheit und Gegenwart des Landes hat sich nicht nur in unzähligen menschlichen Tragödien wiedergespiegelt, sie fand auch Einlass in die bosnische Kunst. Die bosnische Lyrik hat eine einmalige Tendenz zum Arabesken, Pointierten, Aphoristischen entwickelt, ihr orientalischer Klangreichtum und der Drang zur Erkenntnis sind auf moderne westliche Lyriktraditionen gestoßen und haben sich gegenseitig befruchtet. Hajdarevič zählt zu den Größen unter den Lyrikern eines Landes, das in den letzten 15 Jahren mehr gelitten hat als gelebt. Diese Erfahrungen fanden Einlass in eine Lyrik, die Formstränge, ethische Qualitäten und soziales Engagement so wenig ausschließt wie einen Hang zum Mystischen und Rätselhaften. Die Erschaffung von emotional geladenen Gedächtnisräumen ist eines der Hauptanliegen seiner Gedichte, die neben Prosa und Essays, das Kernstück seines umfangreichen Oevres ausmachen.  Veröffentlichungen (Auswahl): Na Sonetnim Otocima (On sonnet islands) / «Vrijeme», Zenica – 2004, Ušća (Deltas) – selected poetry in the «Hundered books of Bosniak literature», VI vol. together with Semezdin Mehmedinović Cultural Community of Bosniaks “Preporod”, Sarajevo – 2004, Sutrašnje putovanje brodom (Tomorrow's ship trip) / «Liljan» and «Bemust», Sarajevo – 2000.
Auszeichnungen (Auswahl): Trebinje Poetry Evenings; Publishing House  - Svjetlost-, «Seobe Obala» («Migration of Coasts») 1982; Skender Kulenović Preis für «Pjesme ponornice» (Poems of underground river), Planjax Preis für «Na sonetnim otocima» («On sonnet islands») 2004.

Bodo Hell

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Bodo Hell (1943, Salzburg) studierte am Salzburger Mozarteum (Orgel), an der Akademie für Musik und darstellende Kunst in Wien (Film und Fernsehen), sowie an der Universität Wien (Philosophie, Germanistik und Geschichte). Bodo Hell arbeitet im Bereich der Lyrik, Prosa, Radio, Theater, Fotos, Film, Musik und Almwirtschaft. Er kooperiert mit Friederike Mayröcker, Liesl Ujvary, Hil de Gard, mit dem Musiker Renald Deppe und mit bildenden Künstlern. Seine Texte sind sehr rhythmisch und fließend, erscheinen nur auf den ersten Blick abstrakt und sperrig. In seinem Werk „Tracht: Pflicht“ beschäftigt er sich spracharbeitend u.a. mit den Inhalten Natur - Wahrnehmung, maskulin - feminin, Stadt, Stau, Nachrufe, Tod. Er gilt als „Meister eines Montage-Realismus“, der dem Alltag, d.h. dem ganz normalen Wahnsinn zur Sprache verhilft und so auf äußerst amüsante Weise dem Leser Einblick verschafft in sich selbst und ins Haus, das er bewohnt, ins Tollhaus unserer Gesellschaft.
Veröffentlichungen (Auswahl): Tracht: Pflicht (2003), 3 Stück Österreich. 3 Einakter zum österreichischen Millennium (1996), Mittendrin. Erzählungen (1994), Dom Mischabel Hochjoch. Erzählungen (1977).
Film: Im Anfang war der Blick (mit Bady Minck, www.amourfou.at, Cannes 2003)Auszeichnungen (Auswahl): Preis der Literaturhäuser (2003), Literaturpreis der Stadt Wien (1999), Berliner Literaturpreis (1998), Erich Fried-Preis für Literatur und Sprache der Internationalen Erich Fried-Gesellschaft Wien (1991)

Petr Hruška

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Petr Hruška (1964, Ostrava / Tschechien) hat an der Kunstfakultät in Ostrava im Bereich der tschechischen Linguistik, Literatur und Allgemeiner Literaturwissenschaft graduiert, ist Dichter und Kolumnist. Heute arbeitet er an der Marsaryk Universität in Brno am Institut für tschechische Literatur. Hruškas Werk wird von der zeitgenössischen literarischen Szene in Tschechien hoch geschätzt. Er gilt als Dichter der Unruhe, der vor allem in alltäglichen Situationen und Beziehungen verborgene Gefahren sieht. Seine Lyrik konfrontiert den Leser mit einer ihm bekannten Welt, die ihn dennoch in ihrer Intensität und Schicksalsträchtigkeit überrascht. Alltagssituationen sind die Quelle subtiler Spannungen und tiefer erst unbemerkter Bedeutungen. Die Liebe fürs Detail und für den Augenblick charakterisieren sein Werk, das geprägt ist von der Spontaneität der dichterischen Fantasie, sowie der Magisch-realistischen oder auch surrealistischen Betonung der mysteriösen, traumhaften Aspekte der Realität.
Veröffentlichungen (Auswahl): Zelený svetr (2004), Vždycky se ty dveře zavíraly (2002 - The Door Had Always Been Closing), Měsíce (1998 – Months), Obývací  nepokoje (1995 - Unrest Rooms). 

Norbert Hummelt

Norbert Hummelt (born 1962, Germany) writes mainly poetry and essays and he is a translator. In the five poetry collections he has so far published, he has developed an idiosyncratic poetic idiom seamlessly combining classical metres with spoken language and inner monologue. These poems of concrete images and tonal music are elements in a fragmentary autobiography which at the same time maintain a discreet dialogue with tradition.
Prizes include the Rolf Dieter Brinkmann Prize (1996) and the Mondseer Poetry Prize (1998). In 2007 he received the Niederrheinischer Literature Prize of the City of Krefeld. Norbert Hummelt's teaching engagements have included the German Literature Institute in Leipzig and he is an editor of the journal "Text + Kritik". From 2005 to 2007 he was the editor of the "Lyrikedition 2000" press.

Nora Iuga

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Nora Iuga (*1931 in Bukarest/Rumänien) Autorin, Übersetzerin u.a. von Günter Grass, E.T.A. Hofmann, Elfriede Jelinek. Sie schließt mittels einer verschmitzt flunkernden, manchmal auch frivolen oder herben Narration die Wirklichkeit an die Kabel des Phantastischen an. Ihre Figuren sind offensiv und drastisch. Aber sie bleiben immer auch sympathisch. Hinter dem skurrilen Ornat ist etwas wie euphorischer Pragmatismus verborgen. In den Neurosen liegt immer auch neben der Verstörung ein lichtes Interesse an der umgebenden Welt. Dass dieses Interesse an sich oft absurd ist, muss nicht erklärt werden. „Poesie als Folge des Gewohnten. Poesie als quer verstrebende Absicherung. Poesie als gutartiger Tumor, der durch die Ebenen der Normalität wuchert.“ (Ron Winkler über Nora Iuga) Die Verse von Nora Iuga charakterisieren sich durch subtile Zwietracht. Dramatik und Vision lösen sich ab. Veröffentlichungen (Auswahl): "Der Autobus mit den Buckligen" (2003), "Autobuzul cu cocosati" (2002), "Spitalul manechinelor" (1998), "Capricii periculoase" (1998), "Dactilografa de noapte" (1996). Auszeichnungen (Auswahl): Prize of the Writers Union for all three sections: poetry, translation and prose, Stipendiatin der Akademie Solitude (2002 - 2003), Preußische Seehandlung Berlin 2000, 2001, 2002, 2003.

Hendrik Jackson

Hendrik Jackson was born in Düsseldorf in 1971. His poems follow the traces of apparently unnoticed processes, making visible what perhaps only happens behind closed eyelids, in dream, memory and imagination. As well as working as a poet. essayist and translator, mainly from the Russian, Jackson edits the web portal www.lyrikkritik.de. He is also co-organiser of the literary series Parlandopark, where such writers as Marte Huke, Monika Rinck, Christian Filips and Steffen Popp have read and discussed their work.

Hendrik Jackson grew up in Münster (Westphalia) and studied Film Studies, Slavic Studies and Philsophy in Berlin, where he lives as a freelance writer and translator. His prizes include the Wolfgang Weyrauch Promotion Prize in 2005 and the Promotion Prize of the Friedrich Hölderlin Prize of the City of Bad Homburg in2008. 

Publications (a selection):

Im Innern der zerbrechenden Schale. Poetik und Pastichen (kookbooks 2007)
Dunkelströme. Gedichte (kookbooks 2006)
Im Licht der Prophezeiungen (kookbooks 2012)

Milan Jesih

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Milan Jesih (1950, Ljubljana/Slowenien) studierte Vergleichende Literaturwissenschaft an der University of Ljubljana. Er ist Dichter, Dramaturg und arbeitet als Übersetzer für das Theater, wobei er mehr als 50 Werke von Shakespeare, Sheridan, Gogol, Chekhov und Bulgakov übersetzt hat. Er hat bisher 8 Lyrikbände veröffentlicht und schreibt außerdem für Bühne, Radio und Fernsehen. Jesih ist einer der größten lebenden Sonnettisten. Er trennte das Sonnet von seinem klassisch hochtrabenden Inhalt, hinterfragt die Realität der Zeit, der Geschichte und der Kultur, der Individuen, der Gesellschaft und der Natur, selbst die Realität seiner eigenen Emotionen und das Gedicht als solches. Dies tut er, indem er mit Ironie spielt, die in seinen Gedichten die Hochstimmung von Gefühlen mit der Banalität der Farce vermischt. Das Gedicht lebt: es ist aus der Flüchtigkeit des Wortes gemacht und ist gleichzeitig zeitlos.
Veröffentlichungen (Auswahl): Jambi (2000, Iambs), Soneti drugi (1993, New Sonnets), Soneti (1989), Usta (1985, Mouth), Volfram (1980), Kobalt (1976), Legende (1974, Legends), Uran v urinu, gospodar! (1972, Uraniu in Urine, Lord!).
Auszeichnungen (Auswahl): Prešeren Prize (2002), Jenko Award (2001, 1991), Veronika Award (2001).

Vojislav Karanović

(de)

Vojislav Karanović (1961, Subotica/Serbien) hat an der Kunstfakultät von Novi Sad das Literaturstudium abgeschlossen. Er arbeitet als Redakteur des Literaturprogramms im Radio Novi Sad. Von 1992 - 2005 war er Verleger für Poesie bei der Literaturzeitschrift "Letopis Matice srpske". Er verfasst Poesie, Radiostücke und Essays und lebt derzeit als DAAD-Stipendiat in Berlin. Karanovič begann als neoavantgardistischer Lyriker, doch schon ab seinem zweiten Band näherte sich seine Poesie einer metaphysischen Tradition, die in ihrer Grundeinstellung an Namen wie William Blake, Friedrich Hölderlin oder Pascal anknüpft. Die Thematisierung der ungewissen Schwelle zwischen verschiedensten Realitäten, der des sprachlichen (Un)vermögens, der von Traumwelten, Phantasiewelten und von Welten aus Fakten rückt zunehmend in den Mittelpunkt von Karanovićs Gedichten. In den letzten Gedichten wird dieser halluzinatorische Flug von Bildvisionen in die intime Sphäre gelenkt. Das spielerische Kindsein wird zu einem immer wiederkehrenden Thema seines Werkes.
Veröffentlichungen (Auswahl): Dah stvari (2005 - Breath of Things. Selected poems), Svetlost u naletu (2003 - The Rush of Light), Sin zemlje (2000 - Son of  the Earth), Strmi prizori (1994 - Steep Sights), Živa rešetka (1991 - Live Bars), Zapisnik sa buđenja (1989 - Minutes from Awakening), Tastatura (1986 - Keyboard).
Auszeichnungen (Auswahl): Branko Ćopić Award, Branko Miljković Award, Meša Selimović Award, The Golden Flower Award. Der Gedichtband „The Rush of Light“ wurde 2003 zum Serbischen Buch des Jahres gekürt. Er gewann den Vladislav Petković Dis Preis für sein poetisches Gesamtwerk.

Zvonko Maković

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Zvonko Maković (1947 Budrovci / Kroatien) Dichter, Essayist, Kunstkritiker und Kunsthistoriker. In seiner Lyrik werden Fragmente der Realität beschrieben, dabei werden Gegenstände und Personen direkt benannt und Alltägliches photographisch dargestellt und dekonstruiert. Die Identität wird aufgelöst und in ihrer Desillusion abgebildet. Das Bewusstsein von Erfahrung zeichnet nicht über Metaphern die realen Begebenheiten. Maković ist ein postmoderner Autor, der bezweifelt, dass ein Dichter intensive, persönliche Erfahrungen transportieren kann. Anders als die Autoren seiner Generation schreibt er einzig darüber, wie die Welt ihre Unschuld verloren hat, als Objekte und Lebewesen ihre natürlichen und begründeten wahren Namen verloren. Die ästhetische Resignation und ethische Desillusionierung spricht aus der schlichten Lyrik von Maković.
Veröffentlichungen (Auswahl): Međuvrijeme, 1971 - 2003; pjesme, Meandar (2005), Pisma Bertoldu Brechtu (2002), Veliki predjeli, kratke sjene; (autorov izbor pjesama) (2000), Izvješća o stanju (1994), Činjenice (1983), U žilama će ljepota teći (1968).
Auszeichnungen (Auswahl): Goranov vijenac (Goran's Wreath) (2001) für sein poetisches Gesamtwerk, A.B. Šimić Fund (1968).

Rudolf Marku

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Rudolf Marku (1950, Lezha/Albanien) studierte bis 1968 an der Universität von Tirana und wurde daraufhin für einige Zeit Lehrer. Er war Herausgeber der literarischen Zeitschrift „Drita“ (Das Licht), wo er dem albanischen Publikum viele neue Schriftsteller vorstellte. 1991 wurde er Leiter der Abteilung „foreign cultural relations“ des albanischen Außenministeriums und arbeitete in der albanischen Botschaft in London, wo er auch heute noch lebt. Die Veröffentlichung des ersten Gedichtbandes 1974 führte zu seiner Verbannung in die Provinz. Rudolf Markus Lyrik ist durchzogen von einer Doppelbödigkeit, die aus der gelungenen Verflechtung, Humor und Mythologie resultiert. Marku hat Werke von T.S. Eliot, Ezra Pound und W.H. Auden in die albanische Sprache übersetzt. Die übersetzerische Arbeit spiegelt sich in seinem Werk, das eine Brücke zwischen sehr unterschiedlichen Traditionen schlägt: auf der einen Seite die im albanischen Volkslied wurzelnde Tradition seines Heimatlandes, auf der anderen eine mit Ironie und sprachkritischer Distanz durchwirkte englische Großstadtlyrik.
Veröffentlichungen (Auswahl): Vdekja lexon gazetën (1995 - Death reads the newspaper), Udhëtim për në vendin e gjërave që njohim (1989 - Voyage to the place of things we know), Sërishmi (1982 - Once again), Rruga (1977 - The road), Shokët e mi (1974- My friends)
                 

Martin Solotruk

Martin Solotruk (born 1970 in Bratislava, Slovakia) has published four books of verse in all and his poems have appeared in various anthologies (including New European Poets and Poesie in Europa). In 1997 his first collection Tiché vojny (Silent Wars) won him the Slovak Literary Fund Award. Solotruk is the poet of everyday things, of the conventional and unassuming. It is precisely in the microstructures that inaccessible truths are reflected that are hard to grasp. He has a doctorate in translation studies, and previously worked in advertising and television. He now teaches at the University of Bratislava. He translates poetry and plays by Samuel Beckett, Charles Simic, John Ashbery and Ted Hughes. For his translation of Ted Hughes’ Crow he won the 2007 prize for the best artistic translation. 
Publications (selection):
Tiché vojny (Silent Wars) (Drewo a srd 1997)
Mletie (Wind-milling) (Drewo a srd 2001)
Lovestory: Agens apaciens (Ars Poetica 2007)

Ottó Tolnai

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Ottó Tolnai (1940, Kanizsa/Serbien-Montenegro) gehört der ungarischen Minderheit in der Vojvodina (Serbien) an und ist Dichter, Prosaist, Dramatiker, Kunstkritiker, Essayist und Übersetzer. Er studierte Hungarologie und Philosophie. Seit 1965 war er Redakteur der unabhängigen Literaturzeitschrift Uj Symposium (Neues Symposium), bis die Zeitschrift 1972 verboten wurde. Heute ist er Herausgeber der Veszprémer Zeitschrift Ex Symposium. Mit seiner Lyrik stellt sich Tolnai als wahrer Grenzgänger und mitteleuropäisch gesinnter Denker heraus. Seine Geschichten zeichnen sich durch Absurdität aus, die gleichzeitig realistische Einblicke in eine multikulturelle europäische Provinz gewährt. Seine Sprache charakterisiert sich durch Metaphernreichtum und Expressivität, politische Themen werden spielerisch thematisiert. „Tolnai fischt Atlanten von vergessenen Provinzen, unterbrochenen oder bisher niemals existenten Verbindungen aus der Müllhalde der Geschichte und der Gegenwart, klebt und montiert sie neu zusammen, koloriert sie mit den Stiften einer leuchtenden Poesie.“ (Martin Reiterer)
Veröffentlichungen (Auswahl): Ich kritzelte das Akazienwäldchen in mein Heft. Erzählungen (2002 in deutscher Übersetzung), Debütroman „Rovarház“ (Ü: Insektenhaus, 1969), Valóban mi lesz velünk (1968; Ü: Was wird denn mit uns), Homoru versek („Hohle Gedichte“, 1963).
Auszeichnungen (Auswahl): DAAD-Stipendiat in Berlin (2004/05), Endre-Ady Preis (1993), Attila-József-Preis (1991), Brücken-Preis (1967, 1980)

Raphael Urweider

With the numerous awards for his debut Lichter in Menlo Park, Raphael Urweider (born 1974, Switzerland) light-footedly stormed the stage of poetry and “hurtled along the route to success as a young poetry star.”
He is one of the most versatile, creative and innovate authors writing in German. He has made his name, apart from as a poet, above all with his work as a theatre musician and in performances with rap and hiphop projects. He has composed together with, among others, Hans Koch, producing with the latter the music for the play Dreiraff oder die reinste Entsorge by Oswald Lipfert (after August Stramm), which was performed at the Schlachthaus Bern in March 1999. Urweider’s poetry is heavily determined by the musicality of the language and characterized by his verbal acrobatics.
Publications : Lichter in Menlo Park (2000), Das Gegenteil von Fleisch (2003)
Awards (selection): Work Stipend of the Deutsche Literaturfonds (1999), Leonce and Lena Prize (1999), Literatur-Förderpreis der Stadt Bremen (2001), 3sat Award in the Ingeborg Bachmann Competition at Klagenfurt (2002), New York Stipend of the Kranichstein Prize for Literature (2002), Clemens-Brentano-Förderpreis für Literatur der Stadt Heidelberg (2004)

Ron Winkler

Ron Winkler (c) gezett

Ron Winkler (born in Jena in 1973) is a poet and translator and has edited many anthologies. He co-founded the magazine intendenzen and is an editor of the online magazines satt.org and Lyrik.log. In his poems he deconstructs apparently idyllic landscapes with the language of the natural sciences, allowing dry terms to enter into combinations with intimate sensuality. He was awarded the 2005 Leonce and Lena Prize and the 2006 Mondseer Poetry Prize, and, more recently, the 2015 Munich Poetry Prize and the 2016 Basle Poetry Prize.

Publications (selection):
Zuwendung in Zeichen. Postcards. SuKuLTuR 2014
Torp. Neue Wimpern. Verlagshaus J.Frank, now Verlagshaus Berlin 2013
Prachtvolle Mitternacht. Poems. Schöffling 2013
Torp. Kurznovellen. Verlagshaus J.Frank, now Verlagshaus Berlin 2010
Frenetische Stille. Poems. Berlin Verlag 2010
Fragmentierte Gewässer. Poems. Berlin Verlag 2007
vereinzelt Passanten. Poems. kookbooks 2004 und 2007

Uljana Wolf

Uljana Wolf (c) Kai Nedden / Robert Bosch Stiftung

Uljana Wolf (born in Berlin in 1979) won the Peter Huchel Prize for her first collection of poems in 2006. Researching between languages plays a major role in her poems, in which she outlines what cannot be translated with clear forms. Living today in New York and Berlin, she explores political issues of identity, migration and language policy in her texts on migration between languages and cultures. Her poems have been translated into more than fifteen languages. Her texts are instruments of understanding, with their precision of sound, experimental forms and stylistic concretion of the sensual. Not only her own poems but also her translations, mainly from American and Polish, have brought her to the fore . In 2009 she co-edited the renowned annual anthology Jahrbuch der Lyrik.

Publications:
meine schönste lengevitch. kookbooks 2013
Box Office. Münchner Reden zur Poesie 8. Stiftung LyrikKabinett 2009
falsche freunde. kookbooks 2009
kochanie ich habe brot gekauft. kookbooks 2005

In English:
false friends, translated by Susan Bernofsky, ugly duckling presse, New York, 2011

Awards (selection):
Adelbert von Chamisso Prize 2016
Erlanger Literature Prize for Poetry as Translation 2015
Wolfgang Weyrauch Promotion Prize 2013
Dresden Poetry Prize (jointly with Viola Fischerová) 2006
Peter Huchel Prize 2006

Anja Utler

The poet Anja Utler (born 1973 in Schwandorf, Germany) studied Slavic Studies, English Studies and Language Education, culminating in a doctorate from the University of Regensburg in 2003. She began writing prose in her youth, only later turning to poetry. She now lives in Vienna.
Her poetry is very precise in its rhythm and sound – individual poems are often described as “miracles of sound”. A frequent topic of her work is the not always symbiotic connection between nature and the human body. Subject and language form a unified whole and are difficult for the reader to disentangle.
Anja Utler has been awarded the Karl Sczuka Promotion Prize and the Leonce and Lena Prize. In their laudatio, the Jury said if her: “Anja Utler writes poems in cycles which live from an individual but thoroughly precise voicing at the edges of syntax. Her poems are sensuous sound installations on paper as well as when read aloud, without being just sound poetry.”
Prizes/distinctions:
Leonce and Lena Prize (2003), Promotion Prize in the Horst Bienek Prize for Poetry (2005), Promotion Prize of the German Schiller Foundation (2006), Promotion Prize in the Karl Sczuka Prize for Radio Play as Radio Art (2008)Publications:
Aufsagen (1999)
münden – entzüngeln (2004)
brinnen (2006)

Ekaterina Yossifova

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Ekaterina Yossifova (1941, Kjustendil / Bulgarien) ist Dichterin, Lehrerin, Journalistin, Dramaturgin, Dozentin, Redakteurin, Kritikerin sowie Übersetzerin aus den slawischen Sprachen und dem Ungarischen. Sie studierte russische Philologie an der Universität von Sofia. Die Poesie ist charakterisiert von sanfter Vorbestimmtheit und aufwühlender Härte. Es handelt sich um eine Lyrik mit leisen Tönen, „sehr dem Wort und dem Individuum zugewandt, ohne schräge Metaphern“ (Tzveta Sofronieva). In letzter Zeit verfasstes sie eher emotionale Lyrik, mit Liebe als Thema.
Veröffentlichungen (Auswahl): Alphabetgedichte (2006), Nichts Neues (2001), Einige Gedichte (1998), Unnötiges Benehmen (1993), Verdächtigungen (1993), Namen (1987), Haus auf dem Felde (1983), Widmung (1978), Nachts kommt der Wind (1972), Kurze Reise (1969)
Auszeichnungen (Auswahl): Iwan-Nikolov-Preis für ihr Gesamtwerk