Lydia Daher

Die Lyrikerin und Popmusikerin Lydia Daher begeistert Literaturjurys und Musikpresse gleichermaßen. Für ihre letzten beiden Lyrikbände erhielt sie diverse Stipendien und Preise – zuletzt den Bayerischen Kunstförderpreis 2012 –, der Rolling Stone bescheinigte ihr „verdammt gute Texte“. Ihre Musik wird beim legendären Independent-Label Trikont veröffentlicht. Lydia Dahers Mischung von Pop und Poesie brachte ihr zahlreiche Auftritte bei Musik- und Poesiefestivals, in Theaterhäusern und Clubs ein. Zuletzt wurden sie und ihre Band vom Goethe-Institut für Konzerte in Russland und Algerien eingeladen.

Dahers aktueller Lyrikband „Insgesamt so, diese Welt“ erschien 2012 bei Voland & Quist, ihre letzte Platte „Flüchtige Bürger“ wurde 2010 veröffentlicht. Lydia Daher lebt in Augsburg, wo sie derzeit an einem neuen Album arbeitet.

Kat Frankie mit Band

Kat Frankie Foto: Veronika Nicklaus

Wenn Kat Frankie auf der Bühne steht, sieht man eine androgyne Frau, die sich lässig die Gitarre umhängt oder die Hände in die Hosentaschen steckt, bevor sie ans Mikrofon tritt. Und dann, wenn der Gesang einsetzt, verwandelt sich diese Abgeklärtheit in ein Balancieren an Abgründen. Frankies dunkle, virtuose Stimme erinnert in ihrer Intensität an Annie Lennox oder PJ Harvey; ihre Verbindung von Melancholie und Energie zieht die Zuhörer in den Bann. „Die Songs von Kat Frankie sind unfassbar schön“, schreibt Melodie&Rhythmus. „Wer die CD einlegt, will fortan nichts anderes mehr tun, als sie zu hören. Nicht mal mehr atmen …."

Schon in ihrer Heimat Sydney machte Kat Frankie neben ihrem Beruf als Innenarchitektin Musik. Seit 2004 lebt sie in Berlin. 2007 erschien ihr Debüt „Pocketknife“. Ihr zweites Album „The Dance of a Stranger Heart“ kam 2010 beim von ihr gegründeten Label Zellephan heraus. Auf ihrem letzten Album „Please, Don’t Give Me What I Want“ (2012) singt Frankie auch erstmals einen Song auf Deutsch.

Jens Friebe

Foto: Joachim Zimmermann

Jens Friebe, das erkannte das Musikmagazin „Uncle Sallys“ schon vor einer Weile, gehört zum Besten, was die deutsche Musikszene derzeit zu bieten hat“. Dies hat sich auch nach mittlerweile vier Alben nicht geändert. Friebe schreibt noch immer einige der klügsten Texte und tanzbarsten Ohrwürmer des hiesigen Indie-Pop. 

Schon sein erstes Album „Vorher Nachher Bilder“ (2004) wurde von der Presse hoch gelobt. Nach „In Hypnose“ (2005) und „Das mit dem Auto ist egal, Hauptsache dir ist nichts passiert“ (2007) erschien zuletzt „Abändern“ (2010), das Friebes stilistische Bandbreite zwischen 80er-Pop, Neo-Disco und zeitlos eleganten Songs noch einmal erweiterte. 2007 veröffentlichte Friebe „52 Wochenenden. Texte zum Durchmachen“, eine Sammlung von Blogeinträgen mit Beobachtungen zur Welt im Allgemeinen und zur Berliner Bohème im Besonderen.

Beim Lyrikmarkt tritt Friebe im Duo mit dem Schlagzeuger Chris Immler auf.

Sorry Gilberto

Sorry Gilberto Foto: Oliver Möst

Seit 2007 ziehen Anne von Keller und Jakob Dobers als Sorry Gilberto von Berlin aus durch die Clubs, Cafés, Theater, Wohnzimmer und Hinterhöfe von Europa und singen von Tapiren, Dächern, Meisterwerken, ausgedachten Akademien und von der Grausamkeit der Kunst. Das klingt immer wie gerade erst erfunden, doch ist jeder Ton, jede musikalische Haltung  bewusst gewählt. Der Rolling Stone schreibt: „Schön, dass es auch hierzulande Musiker gibt, die wissen, dass man etwas Dilettantisches in etwas Magisches überführen kann. Anne von Keller und Jakob Dobers bewegen sich zwischen zärtlichem Belle-&-Sebastian-Pop und andächtigen Jazz-Folk-Stücken mit traumwandlerischer Sicherheit.“

Nach „Memory Oh“ (2008) und „It Was The Longest Day And We Didn't Know How To End It“ (2010) erschien im letzten Herbst ihr drittes Album „Construction Work & Stormy Weather” (Goldrausch-Records / Rough Trade).

Marion Poschmann

Marion Poschmann © Frank Maedler

In den Gedichten von Marion Poschmann (geb. 1969 in Essen) geht es genau und leise zu. Sie formen neue Blicke in die Natur, erkennen Gesellschaftsbilder in Gartenkulturen, verbinden Wissenschaft mit Schönheit.

Für ihre Gedichte und Prosa wurde die in Berlin lebende Autorin vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Peter-Huchel-Preis und dem Ernst-Meister-Preis für Lyrik, dem Klopstock-Preis für neue Literatur und dem Berliner Literaturpreis. Zweimal stand Poschmann auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis. 2019 ist ihr Roman „Die Kieferninseln“ für den Man Booker International Prize nominiert.

Poschmanns Lyrik, so die Jury des Berliner Literaturpreises 2018, „bewirkt eine ganz eigene Art von Entschleunigung. Folgt man ihr, erschließen sich neue Sprachwelten von barock üppiger und romantisch raumgreifender Vielfalt“.


Veröffentlichungen (Auswahl):

Verschlossene Kammern. Gedichte, zu Klampen Lüneburg 2002

Grund zu Schafen. Gedichte, Frankfurter Verlags-Anstalt Frankfurt am Main 2004

Schwarzweißroman. Frankfurter Verlags-Anstalt Frankfurt am Main 2005

Geistersehen. Gedichte, Suhrkamp Berlin 2010

Die Sonnenposition. Roman, Suhrkamp Berlin 2013

Geliehene Landschaften. Lehrgedichte und Elegien. Suhrkamp Berlin 2016

Die Kieferninseln. Roman, Suhrkamp Berlin 2017