19. poesiefestival berlin: Weltklang – Nacht der Poesie

21.03.2018

Gedichte aus aller Welt – „Weltklang – Nacht der Poesie“ ist die vielstimmige Eröffnung des poesiefestival berlin. Dichterinnen und Dichter aus allen Teilen der Welt lesen, singen und performen in ihren Muttersprachen. Sie zeigen den Reichtum der Gegenwartslyrik, ihre inhaltliche Vielfalt, Ansätze und Stile. Exklusiv zur Veranstaltung erscheint eine Anthologie mit Übersetzungen zum Mitlesen.

Mit Charles Bernstein USA | Robert Forster AUS | Maryam Hooleh IRN | Jorge Kanese PRY | Ketty Nivyabandi BDI | Kerstin Preiwuß DEU | Yoko Tawada JPN/DEU | Joachim Heintz DEU Komponist | Søren Ulrik Thomsen DNK | Eugeniusz Tkaczyszyn-Dycki POL | Moderation: Insa Wilke DEU

Bitte vormerken:
Weltklang – Nacht der Poesie im Rahmen des 19. poesiefestival berlin
Freitag, 25. Mai 2018, 19.00 Uhr
Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, 10557 Berlin

Mit Charles Bernstein (geb. 1950 in New York) kommt der Angriff der schwierigen Gedichte. Der radikale Modernist läuft in seinen intertextuellen Montagen und polyvalenten Gedichten Sturm gegen die Bilder, die er selbst schöpft. Er liest unter anderem ein sich selbst dekonstruierendes Anti-Trump-Poem.

Robert Forster (geb. 1957 in Brisbane) ist der „Golden Boy“ des internationalen Indie-Pops. Zusammen mit Grant McLennan bildete er die bis heute stilbildende Band The Go-Betweens, und begab sich zeitgleich mit Aztec Camera und Orange Juice auf die Suche nach dem perfekten Pop-Song. Nick Cave nennt Forster „den wahrhaftigsten und eigentümlichsten Dichter seiner Generation“.

Mit 17 Jahren verließ Maryam Hooleh (geb. 1978 in Teheran) den Iran, illegal und zu Fuß. Nach 23 Tagen kam sie in Athen an. Heute lebt sie in Schweden und gilt als eine der wichtigsten iranischen Exil-Dichterinnen. Hoolehs Lyrik feiert einen punkigen, feministischen Surrealismus. In ihren Gedichten gibt es Zivilgesellschaften, die kopflos in Uniform für Schwarz-Weiß-Fotos posieren, und Ballons, so klein wie das 21. Jahrhundert.

Jorge Kanese (geb.1947 in Asunción, Paraguay) entwickelt in seinen Gedichten eine gegenhegemoniale Transnationalsprache, in der Portugiesisch, Spanisch und Guaraní aufgehen. Es ist eine Sprache aus Notwehr, die aus leidvoller Diktaturerfahrung entsteht und subversiv alle Herrschaftsdiskurse hintertreibt.

Ketty Nivyabandi (geb. 1978 in Uccle, Belgien) musste 2015 aus Burundi fliehen, wo sie seit den späten 80er Jahren lebte. Zu unbequem war die Dichterin und Aktivistin, zu stark die von ihr organisierten Proteste für Menschenrechte, speziell für die Rechte von Frauen. Nivyabandi schreibt auf Französisch und Englisch Gedichte, die formbewußt und bildstark die poetischen Traditionen ihrer Heimat aktualisieren und sie mit politischem Engagement aufladen.

In den Gedichten von Kerstin Preiwuß (geb. 1980 in Lübz) wimmelt es von Aalmüttern, Speikobras und Windsbräuten. Ein hoher Ton herrscht vor, in den das Umgangssprachliche diffundiert, sobald „das meuternde wort“ hervorbricht. Preiwuß liest unveröffentlichte Texte, in denen ein Blake´scher Tiger durch die Nacht wandert, und die Tödin ihre Kinder zählt.

Yoko Tawada (geb. 1960 in Tokyo) lebt seit 1982 in Deutschland. Sie arbeitet tief im Wimmelbild der Worte, auf Deutsch und Japanisch. Aus allem schlägt sie Funken, nimmt die Welt beim Wort und schaut sie an, als würde sie zum ersten Mal angeschaut. „Der Raum zwischen zwei Sprachen ist kein Zwischenraum, sondern der eigentliche Raum, in dem die Literatur geschrieben wird“ sagt Tawada.

Søren Ulrik Thomsen (geb. 1956 in Kalundborg), einer der populärsten Dichter Dänemarks, ist ein Meister der kleinen Gesten. Mit scheinbar müheloser Beiläufigkeit lässt er Alltagsgegenstände gegen Theorien stoßen –  in einer Diktion, die Lakonie mit Pathos und Humor verschmilzt. Liebe, Sterben, Trauer und Glück: die großen Fragen leuchten in Thomsens Gedichten wie Raumschiffe auf einem staubigen Bürotisch.

Der im polnisch-ukrainischen Grenzgebiet aufgewachsene Dichter Eugeniusz Tkaczyszyn-Dycki (geb. 1962 in Wólka Krowicka bei Lubaczów) ist ein poète maudit par excellence. Seine Texte wildern sprachlich an den Rändern. Sie erzählen von der Schizophrenie der Mutter, und dem Tod des Freundes, von Strichermündern und Lubliner Freudenhäusern.

Weltklang – Nacht der Poesie wird freundlich unterstützt durch die Danish Arts Foundation, die Königlich Dänische Botschaft Berlin, die Forschergruppe Rhythmicalizer, die Schwedische Botschaft Berlin, die Botschaft von Japan und The Mandala Hotel.

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Das 19. poesiefestival berlin ist ein Projekt des Hauses für Poesie in Kooperation mit der Akademie der Künste. Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds mit freundlicher Unterstützung durch Maritim proArte Hotel Berlin. Präsentiert von kulturradio vom rbb, tip Berlin, taz, BÜCHERmagazin und Deutschlandfunk Kultur.