Dagmara Kraus

Dagmara Kraus c_Katja Zimmermann

Dagmara Kraus (geb. 1981 in Wrocław, Polen) ihre Gedichte sind eine „vokabelfrohe Mischung aus Sprachfetischen, Wortüberdrehtheiten und Einspeisungen aus entlegenen Begriffs- und Namensarchiven“ (Michael Lentz). In ihren Texten schöpft Kraus aus dem reichen Fundus antiker Trauerkultur und moderner Plansprachen. Sie übersetzt homophon und collagierend aus einem alten Französisch-Lehrbuch und anagrammiert kunstvoll-subversiv Gedichte von Christine Lavant oder Stefan George. Dabei entsteht ein „Unsinn“ von einer sprachlichen Zartheit, dass der Leser davon betört wird. Er wird Zeuge, wie die Kuckuckssau unter den Pantoffel gerät, wie die Ranunkel in die Schmiere getunkt wird und der Tod, der eine Sporenkapuze trägt, seine Abführlimo verliert. Der große Lyriker Oskar Pastior sagte: „Einzig wer kraus marmiert, ist wahr dabei.“
Dagmara Kraus hat Komparatistik und Kunstgeschichte in Leipzig, Berlin und Paris studiert sowie Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut. Seit 2008 veröffentlicht sie Gedichte in Zeitschriften und Anthologien, unter anderem in Edit, Neue Rundschau, Jahrbuch der Lyrik und in „freie radikale lyric“ (luxbooks 2010); später auch Übersetzungen aus dem Polnischen. Ihr Debütband „kummerang“ erschien 2012 bei kookbooks.

Veröffentlichungen:
wehbuch (undichte prosage). roughbooks 2016
mot schlich mit geknickter schnute. kookbooks 2015
revolvers für flubis. SuKulKTuR 2013
kleine grammaturgie. roughbooks 2013
kummerang. kookbooks 2012

Auszeichnungen (Auswahl):
Förderpreis zum Heimrad-Bäcker-Preis 2016
Förderpreis für Literatur der Gesellschaft zur Förderung der Westfälischen Kulturarbeit 2010
Prosanova-Publikumspreis 2008