Veranstaltung: Februar 2020

Mi
12.2.20
17.00 Uhr

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„Nah ist und schwer zu fassen …“ Syntax und Zerbrechlichkeit

Event-Picture: „Nah ist und schwer zu fassen …“ Syntax und Zerbrechlichkeit Daniela Danz © mueck-fotografie
Daniela Danz © mueck-fotografie

Lyrikwerkstatt-Spezial zum Hölderlinjahr für alle von 18–99 mit Daniela Danz Dichterin, Kranichfeld. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Der Körper ist im Gedicht immer mitlesbar, selbst da, wo wir  es  gar nicht vermuten. Der Rhythmus eines Textes hängt nicht nur vom Metrum seiner kleinsten Einheiten ab, sondern auch davon, welche Idee oder besser körperliche Antizipation die Autorin oder der Autor vom Fluss seines Sprechens oder Schreibens hatte. Schon allein die Art der Entstehung – im Umhergehen gesprochene oder auf dem Schreibtisch graphisch kombinierte Textelemente – entscheidet darüber, welchen Rhythmus ein Text haben wird und welcher Art das Gerüst der Syntax sein muss. Je weiter ein Satz sich spannen soll, umso gewagter wird sein Gewölbe, bis hin zum Zusammenbrechen des fragilen Zusammenhangs.

Unübertroffener Meister absoluter Stahlbetonspannweiten bleibt noch immer Hölderlin, und auch das Scheitern seiner Syntax, die man gerne als Metapher ansehen mag, ist unübertroffen. Wie anders ist dagegen die in Echtzeit fortschreitende, auf Ko-Konstruktion angewiesene Syntax mündlichen Sprechens. Wir wagen den Versuch, herauszufinden, welche Spannweite auf die tragenden Wände des eigenen Körpers passt, der nach wie vor die Stütze des Texts ist. Lassen sich größere Hallen bauen oder sind es doch die kleinen Räume, in denen das Mobiliar des eigenen Vokabulars sich am besten einfügt?

Die Dichterin und Essayistin Daniela Danz führt in diesem Workshop ins Thema ein, beantwortet Fragen und bietet in gemeinsamen Schreibexperimenten die Gelegenheit, Ausdruck zu finden für kleinste Sprachkammern und größte Satzkathedralen.

Workshop von 17-20 Uhr 

 

 

Ort:
Haus für Poesie
Kulturbrauerei

Knaackstr. 97, 10435 Berlin


Eintritt:
8/6 €