Veranstaltung: Januar 2019

Mo
21.1.19
19.30 Uhr

AUF DER GRENZE Judentum und Dichtung

Inglourious Poets. Junge jüdische DichterInnen heute

Event-Picture: Inglourious Poets. Junge jüdische DichterInnen heute Adi Keissar © privat
Adi Keissar © privat

Lesung & Gespräch

Mit Miriam Dragina, Autorin und Journalistin, Ukraine | Jo Frank, Verleger, Übersetzer und Autor, Berlin | Adi Keissar, Autorin, Israel | Moderation Max Czollek Autor, Berlin

Drei Perspektiven: Drei Abende mit KünstlerInnen aus Israel, den USA, aus der Ukraine und Berlin umkreisen das, was jüdische Lyrik, was literarische Überlieferung, was jüdisches KünstlerInnen-Sein in Europa heute bedeutet. Ausgehend von der bewegten deutsch-jiddisch-hebräischen Gegenwart hin zur literarischen Vergangenheit: Auf unterschiedlichen und verschlungenen Wegen gelangen die Abende zur Poesie – die nicht zuletzt die Selbstbehauptung und Rückeroberung jüdischer Identität bedeuten kann.


In den vergangenen Jahrzehnten ist Berlin zum europäischen Hotspot junger jüdischer KünstlerInnen geworden. Am ersten Abend blicken wir von Berlin in Richtung Ukraine und Israel. Die AutorInnen Jo Frank (geboren 1982 in Marburg), Miriam Dragina (geboren 1984 in Kiew) und Adi Keissar (geboren 1980 in Jerusalem) sprechen mit dem Berliner Dichter Max Czollek über ihr Selbstverständnis als junge jüdische LyrikerInnen, über tradierte Repräsentation und neue Allianzen. Was heißt es, wenn die jüdische Gegenwart nicht mehr nur allein im Kontext der Shoah und des sich verstärkenden Antisemitismus interpretiert wird? Was auch können Gedichte angesichts einer zunehmend taumelnden Gegenwart bewirken? Max Czollek schreibt: „angemessen wäre: die welt läuft aus dem ruder // und das gedicht läuft mit.“


Seit einigen Jahren treibt Max Czollek, Kurator und Moderator des Abends, die künstlerische Auseinander-setzung mit diesen Fragen voran, zuletzt am Maxim Gorki Theater mit den Radikalen jüdischen Kulturtagen 2017. Mit dem Sachbuch Desintegriert Euch! (Hanser Verlag 2018) hat er eine Streitschrift zu diesen Fragen veröffentlicht, die eine Debatte über Zugehörigkeit, Integration und deutsch-jüdisches Gedächtnistheater ausgelöst hat. Freuen Sie sich auf einen desintegrativen Abend.


Die Veranstaltung wird deutsch-englisch gedolmetscht.
Mit freundlicher Unterstützung des Auswärtigen Amtes und Echoo Konferenzdolmetschen

Ort:
Haus für Poesie
Kulturbrauerei

Knaackstr. 97, 10435 Berlin


Eintritt:
6/4€ Karten an der Abendkasse