drei D poesie: Künstlerinnen und Künstler

Jagna Anderson

Jagna Anderson (c) Roberto Duarte

Jagna Anderson (geb. 1969 in Lublin, Polen) lebt und arbeitet als multidisziplinäre Künstlerin und promovierte Kunsthistorikerin und Kuratorin in Berlin. Ihre Arbeit bewegt sich zwischen vokaler Performancekunst, choreographischer Inszenierung, Rauminstallation und performativer Aneignung urbaner Räume. Ihr Interesse gilt dem dynamischen Verhältnis von Struktur und Handeln, wodurch Konditionierungen, verinnerlichte Machtgefüge und vordergründige Identifikationen hinterfragt werden; die Frage nach Freiheit wirft sie neu auf. Der Körper ist für sie wichtigstes Material und Speichermedium dieser Prozesse. Jagna Anderson ist Gründerin des p.u.r.e. - performative urban research ensemble (2016) und Gründungsmitglied des experimentellen Vokalquintetts Medulla (mus. Lt. Ulrike Sowodniok) sowie des mulitidisziplinären Künstlerinnenkollektivs WAH (Weber - Anderson - Helschinger). Seit 2015 leitet sie impro.per.arts, eine Forschungs- und Produktionsplattform für interdisziplinäre Improvisation.

jagna-anderson.de

impro-per-arts.de

Maya Matilda Carroll

Maya Matilda Carroll c_Gadi Dagon

Maya Matilda Carroll (geb. 1976 in Petach-Tikva, Israel) ist eine unabhängige Choreografin, Performerin, Tänzerin und Tanzdozentin mit eigener künstlerischer Methodik. Seit 2004 arbeitet sie in Berlin. In den vergangenen dreizehn Jahren hat Carroll über 30 Werke geschaffen, von Solostücken bis hin zu erweiterten Gruppenstücken. Sie bewegt sich zwischen Tanz, Musik und bildender Kunst. Ihre Performer kommen aus aller Welt und aus verschiedenen künstlerischen Disziplinen: klassische bis zeitgenössische Tänzer, Dichter, Musiker, Schauspieler, Opernsänger sowie Amateure.  Die unterschiedlichen kulturellen Einflüsse hinterlassen Spuren in ihrem Werk. Carroll choreographiert eigene Stücke und schreibt für Staatstheater, unabhängige Kompanien und Tanzakademien. Sie leitet Klassen und Workshops in Europa und im außereuropäischen Ausland und entwickelt so ihre Lehrmethoden parallel zu ihrer künstlerischen Arbeit. 2011 gründete Carroll zusammen mit ihrem Partner, dem Komponisten und Musiker Roy Carroll „The Instrument“. Ihre Werke sind zwischen dem Tastbaren und dem Imaginären verankert, zwischen Wirklichkeit und Mythos und nutzen das Körpergedächtnis, die sozialen Wurzeln von Menschen und Menschengruppen und ihrer Umwelt. www.theinstrument.org

Roy Carroll

Roy Carroll c_Shiran Eliaserov

Roy Carroll (geb. 1974 in Dublin, Irland) lebt als Musiker und Komponist in Berlin. Seine Arbeit umfasst Improvisation, Komposition, choreografische Zusammenarbeit und praktische, experimentelle Forschung mit durchlässigen Grenzen zwischen den Bereichen. Dabei liegt Carolls Interesse in elektroakustischen musikalischen Prozessen und deren physische und akustische Manifestation in der Performance. Seine jüngsten Stücke provozieren instabile Wechselwirkungen zwischen verschiedenen elektroakustischen Medien wie Wandler, Aktuatoren, Verstärker und Signalverarbeitung. Roy schuf zusammen mit seiner Partnerin Maya Matilda Carroll rund 22 Werke. Seine Arbeiten mit The Instrument erweitern seine elektroakustische, kinetische Ästhetik um Bewegung und Körperlichkeit sowie die Möglichkeiten der Bühne und des Theaters.

www.roycarroll.com

Maya Consuelo Sternel

Maya Consuelo Sternel (c) Akkamiau

Maya Consuelo Sternel ist Musikerin, Komponistin und Produzentin elektronischer Musik. Sie spielt Theremin und kombiniert dieses mit geräuschhaften Texturen und vielschichtigen Sounds, oft mit einem Reggae-Vibe und immer viel Groove. Unter ihrem Künstlernamen Donna Maya arbeitete sie zunächst als DJ. Sie veröffentlicht international Schallplatten und CDs, schrieb Filmmusik für den Film „Kurz und Schmerzlos“ von Fatih Akim und komponierte Turntable-Konzerte für die Kammerphilharmonie. Ihre musikalischen und filmischen Arbeiten wurden aufgeführt u.a. auf der Transmediale in Berlin und auf dem Sonar Festival in Barcelona, sowie in der Pinakothek der Moderne in München. 


www.donnamaya.de

Anne Duden

Anne Duden (c) gezett

Anne Duden (geb. 1942 in Oldenburg) verbringt ihre Kindheit in Berlin und Ilsenburg/Harz (DDR). 1953 flüchtet sie mit ihrer Mutter – die Eltern wurden 1950 geschieden – und ihren zwei Geschwistern nach Westdeutschland. Die Schulzeit verbringt sie bis zum Abitur in Oldenburg, danach absolviert sie eine Buchhändlerlehre in Westberlin. Nach 1964 geht sie verschiedenen Jobs nach und besucht nebenbei germanistische, soziologische und philosophische Vorlesungen und Seminare an der Freien Universität Berlin. Nach einer Mitarbeit beim Wagenbach Verlag ist sie 1973 Mitbegründerin des Rotbuch Verlages, in dem sie auch mehrere Jahre arbeitet. Seit Ende 1978 lebt sie als freie Schriftstellerin in Berlin und London.

Neben ihren Büchern veröffentlicht sie Prosatexte und Essays in Zeitschriften und Anthologien. Sie erhält u.a. das Niedersächsische Künstlerstipendium, das Märkische Stipendium sowie ein Stipendium des Deutschen Literaturfonds, Darmstadt. 1987 ist sie Gastprofessorin für Literaturwissenschaft an der Universität Hamburg. Des weiteren hält sie Gastdozenturen an den Universitäten Paderborn (1995/1996) und Zürich (Poetik-Vorlesung 1996/1997). Anne Duden ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, des PEN Dutschland und korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz.

Daniel Falb

Daniel Falb (c) privat

Daniel Falb, geboren 1977 in Kassel, lebt in Berlin. Er veröffentlichte die Gedichtbände „die räumung dieser parks“ (2003), „bancor“ (2009) und „CEK“ (2015), alle bei kookbooks. In Übersetzung erschien „Naturezas-mortas sociais“ (port.-dt., Edition Sextante, 2009) und „New Zork“ (niederl., Zegwerk, 2014). Neben der Dichtung arbeitet Falb zu Fragen der Geophilosophie, Poetik und Kunsttheorie. Er war Kollaborateur der kollektiven Poetik „Helm aus Phlox“ (mit A. Cotten, H. Jackson, S. Popp. M. Rinck; Merve 2011) und ist Mitherausgeber von „Post-Studio Tales“ (mit U. Gerhardt, F. Heckel; Textem, 2015). Seine philosophische Promotion erschien unter dem Titel „Kollektivitäten“ (transcript, 2015). Falb erhielt den Lyrikdebütpreis des LCB (2005), seine Arbeit wurde mit zahlreichen Stipendien gefördert, zuletzt am Künstlerhaus Edenkoben (2015).

Heidi Gröger

Heidi Gröger (c) Christian Klenk

Heidi Gröger (geb. in Eichstätt) studierte nach ihrem Schulmusikstudium in München Barockcello bei Jaap ter Linden und Viola da gamba bei Philippe Pierlot am Königlichen Konservatorium in Den Haag. Stipendien der Huygens Stiftung und weitere sowie Auszeichnungen bei internationalen Alte Musik Wettbewerben in York (UK), Wassenaer (NL) und Neuburg/Do. folgten. Ihr musikalischer Werdegang wurde bereits im Studium durch das Spiel in Ensembles wie dem Freiburger Barockorchester, Concerto Vocale, den Berliner Barock Solisten oder Harmonie Universelle geprägt. Mit ihrem eigenen Ensemble, dem Ensemble Fleury, nahm Gröger bei sony classics die „pièces de clavecin“ von J.Ph. Rameau erstmalig auf einer goldenen 8-saitigen Viola da gamba auf. Für den Bayerischen Rundfunk spielte sie das Werk „Diletto Musicale“ für Viola da gamba solo von G. Thim (*1922) ein. In Zusammenarbeit mit Johannes Weiss organisierte sie zahlreiche Konzerte und die neu stattfindenden Sommerkurse auf Schloss Seehaus (Franken). Seit 2011 unterrichtet Heidi Gröger Viola da gamba an der Musikhochschule in Frankfurt/ Main. Heidi Gröger gehört zum Ensemble Komboï, das sich auf die Aufführung von Repertoire und neuen Werken auf historischen Instrumenten spezialisiert hat.

Jenny Haack

Jenny Haack (c) Barbara Dietl

Jenny Haack absolvierte 1999 ihre Ausbildung in New Dance und Improvisation in Freiburg, bevor sie an die Hochschule für Bildende Künste Braunschweig ging, Freie Kunst studierte und Meisterschülerin in Performance und Video wurde. Seit 1996 realisierte Jenny Haack eine Vielzahl eigener Projekte, Installationen und Tanzstücke als Tänzerchoreografin und Videokünstlerin und wirkte in zahlreichen interdisziplinären künstlerischen Projekten mit. Ihre Werke erhielten internationale Anerkennung, Stipendien und Auszeichnungen. 2013 gründete sie die gemeinnützige Organisation b.arts.u - berlin arts united und verantwortet unter anderem die Festivals Improvisation XChange Berlin (2013–2016) und das SOUN D ANCE Festival 2017 im DOCK11.

Mit Hui-Chun Lin bildet sie seit 2016 das Duo Ocean of pink dots an der Schnittstelle von Tanz und Musik. Die beiden Performerinnen verweben direkte Interaktion zwischen Klang, Instrument, Körper und Bewegung mit narrativen Szenen. Die Neugier auf das "Dazwischen" von Tanz und Musik prägt ihre Stücke und Improvisationen. Ocean of pink dots  zeigte erste Interventionen zwischen Tanz, Cello und Stimme 2016 im DOCK11, den EDEN Studios und Mime Centrum Berlin.

www.jennyhaack.de

Christian Hawkey

Christian Hawkey c_Timm Kln

Christian Hawkey (geb. 1969 in Hackensack, New Jersey, USA) wuchs auf Pine Island in Florida auf und studierte Kreatives Schreiben an der University of Massachussetts Amherst. Im Jahr 2008 war er Stipendiat des Berliner Künstlerprogramms des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD). Christian Hawkey übersetzt zeitgenössische deutsche Lyrik sowie Kurzprosa der österreichischen Schriftstellerin Ilse Aichinger. Seine eigenen Arbeiten wurden in zwölf Sprachen übersetzt. Er lehrt Kreatives Schreiben am Pratt Institute, Fine Arts Department, in Brooklyn, das er 2013 gegründet hat. Christian Hawkey veröffentlichte drei Gedichtbände, vier Lesehefte, sogenannte chapbooks, sowie die zweisprachigen Erasures der Sonette von Elizabeth Barrett-Browning „Sonne from Ort“ (kookbooks 2013) mit der deutschen Dichterin Uljana Wolf. 2006 erhielt er einen Creative Capital Innovative Literature Award.

Veröffentlichungen (Auswahl):
Ventrakl (Gedichte). Ugly Duckling Presse 2009
Citizen Of (Gedichte). Wave Books 2007
The Book of Funnels (Gedichte). Wave Books 2005

Anna Huber

Anna Huber c_Bettina Stoess

Anna Huber (geb. 1965 in Zürich, Schweiz), Choreografin und Tänzerin, lebt in Bern, Schweiz, und Berlin. Sie erforscht Bewegung als komplexe, differenzierte Sprache an der Schnittstelle von darstellender und bildender Kunst zwischen Abstraktion und Emotion. Seit 1995 entwickelt sie zahlreiche Soli, Duos, Gruppenstücke sowie architekturspezifische Projekte mit denen sie international tourt. Mit ihren Bühnenstücken sowie interdisziplinären und raumspezifischen Projekten und Improvisationen schafft sie eine eigenständige künstlerische Sprache, die in ihrer Präzision, Komplexität und Präsenz ebenso intensive wie fragile Momente der Wahrnehmung erzeugt. Huber arbeitet international als Dozentin und Mentorin an Universitäten und Hochschulen. 2008 und 2013 hatte sie die Valeska-Gert-Gastprofessur für Tanz und Performance an der Freien Universität Berlin inne.
Ihre Arbeiten wurden mit zahlreichen internationalen Preisen und Stipendien ausgezeichnet, unter anderem mit dem Hans Reinhart-Ring 2002, Schweizer Tanz- und Choreografiepreis 2010 sowie einem Atelierstipendium in New York der Stadt Bern 2014.

Hui-Chun Lin

Ocean of pink dots (c) Dieter Hartwig

Hui-Chun Lin (TWN) lebt als freischaffende Musikerin in Berlin. Sie lernte klassisches Klavier und Cello ab früher Kindheit, absolvierte ihr Cello-Studium an der Musikhochschule Dresden und ein Aufbaustudium für Improvisation an der Musikhochschule Leipzig. Hui-Chun Lin bewegt sich als Musikerin zwischen Weltmusik, Free Jazz, Improvisation, zeitgenössischer Musik, experimenteller und klassischer Musik sowie Performance. Lin tritt als Solistin und Performerin auf. Sie wirkte bei zahlreichenden CD Produktionen mit und ist Produzentin des Berliner Labels Maybee Records.

Mit Jenny Haack bildet sie seit 2016 das Duo Ocean of pink dots an der Schnittstelle von Tanz und Musik. Die beiden Performerinnen verweben direkte Interaktion zwischen Klang, Instrument, Körper und Bewegung mit narrativen Szenen. Die Neugier auf das "Dazwischen" von Tanz und Musik prägt ihre Stücke und Improvisationen. Ocean of pink dots  zeigte erste Interventionen zwischen Tanz, Cello und Stimme 2016 im DOCK11, den EDEN Studios und Mime Centrum Berlin.

 www.huichunlin.weebly.com/

Hubert Machnik

Hubert Machnik c_Christine Peters

Hubert Machnik, (geb. 1955 in Frankfurt am Main) ist Komponist und Gitarrist und spielt vorwiegend „Neue Musik“. Er war Mitglied im Ensemble Modern 1981 bis 1989. Machnik komponiert Klavier- und Kammermusik, Musik für Bühne, Tanz, Film und audiovisuelle Installationen sowie Computermusik, elektronische Musik und Radiostücke. Für Konzerte reist er nach Tokyo, New York, Montreal, Toronto, Sao Paulo und in viele Städte Europas. Zuletzt war er Gastprofessor an der Universität Gießen für Computermusik/Multi Media Anwendungen und entwickelte das Stück „Humboldt/ Pym-Travelogue & Prospekt\ion“ (Lefkada & Thessaloniki, National Theatre of Greece). Er arbeitete mit Musikern wie Heiner Goebbels, Richard Siegal, Arto Lindsay und Vollrad Kutscher und spielte in Ensembles und Orchestern wie den Berliner Philharmonikern, dem Blindman Saxophonquartett, Deufert & Plischke, der Anouk van Dijk Dance Company und der William Forsythe Company.

Herta Müller

Herta Müller c_von Becker

Die Autorin Herta Müller (geb. 1953 in Nitzkydorf, Rumänien) lebt und arbeitet in Berlin und ist Literatur-Nobelpreisträgerin. Sie war nach ihrem Studium der deutschen und rumänischen Philologie in Temeswar in den siebziger Jahren zunächst als Übersetzerin in einer Maschinenfabrik tätig. Dort wurde sie bald entlassen, da sie sich weigerte, für den rumänischen Geheimdienst Securitate zu arbeiten. Ihr erstes, 1978 fertiggestelltes Buch „Niederungen“ wurde erst 1982 und als zensierte Fassung veröffentlicht. Es dauerte weitere zwei Jahre bis die Originalfassung in Deutschland erschien. Verhöre, Hausdurchsuchungen und Bedrohungen durch die Securitate zwangen sie dazu, 1987 nach Deutschland überzusiedeln.
Seit 1995 ist Herta Müller Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Verschiedene Gastprofessuren führten sie nach England, in die USA und die Schweiz. Auch wenn der Schwerpunkt ihres Schaffens im Prosawerk liegt, hat sie mit ihrer Dichtung einen unverzichtbaren Beitrag zur deutschen Lyrik geschaffen. Müllers zentrale Themen sind Abschiede, Auswandern und das Weggehen, ohne je irgendwo anzukommen. Für das Buch „Atemschaukel“ erhielt Herta Müller 2009 den Nobelpreis für Literatur.
 
Veröffentlichungen (Lyrik):
Vater telefoniert mit den Fliegen. Collagen. Hanser 2012
Die blassen Herren mit den Mokkatassen. Collagen. Hanser 2005

Weitere Veröffentlichungen (Auswahl):
Immer derselbe Schnee und immer derselbe Onkel. Hanser 2011
Der Fuchs war damals schon Jäger. Roman. Neuausgabe. Hanser 2009
Der Mensch ist ein großer Fasan auf der Welt. Erzählung. Neuausgabe. Hanser 2009
Atemschaukel. Roman. Hanser 2009
Herztier. Roman. Neuausgabe. Hanser 2007
Der König verneigt sich und tötet. Essays. Hanser 2003

Marija Pendeva

Marija Pendeva (c) Guillermo Martinez

Marija Pendeva studierte Klavier an der Hochschule für Musik in Köln in der Klasse von Prof. Arbo Valdma und Prof. Roswitha Gediga bis 2002 und Cembalo an der Real Conservato­rio de Música de Madrid in der Klasse von Prof. Alberto Martinez Molina bis 2008. Seit 2005 arbeitet sie als Pianistin, Cembalistin und Organistin in verschiedenen Projekten mit den Chören Via Magna und Capilla Real de Madrid. Sie spielte Continuo (Generalbassaussetzungen) in zahlreichen Konzerten zu­sammen dem Joven Orquesta de la Comunidad de Madrid, dem spanischen Rundfunkorchester (RTVE), La Capilla Real de Madrid und der Lautten Compagney in Berlin. Seit 2011 wohnt sie in Berlin und ist in verschiedenen Projekten als Pianistin, Cembalistin und Korrepetitorin in Deutschland sowie in Spanien tätig. Marija Pendeva spielt ein Einmanualiges Cembalo, nach Ruckers-Couchet von Cisneros & Crijnen gebaut. Pendeva gehört zum Ensemble Komboï, das sich auf die Aufführung von Repertoire und neuen Werken auf historischen Instrumenten spezialisiert hat.

Markus Pesonen

Markus Pesonen c_Catarina Brazo

Markus Pesonen (geb. 1984 in Kuopio, Finnland) ist ein finnischer Komponist, Gitarrist, Sound-Alchemist und Multimediakünstler, der die Auswirkungen von Klang auf Mensch und Umwelt untersucht. Er komponiert für ganz unterschiedlich aufgestellte Musikgruppen: von Solo-Gitarre mit Live-Elektronik bis zu seinem elfköpfigen Ensemble Markus Pesonen Hendectet, von Kammermusik bis Techno. Parallel zu seinen zehn veröffentlichten Alben hat Pesonen die Musik für 13 Tanz- und Theaterstücke sowie drei Filme geschrieben. Er hat Aufführungen und Ausstellungen in Europa, Amerika und Asien, beispielsweise in der Royal Albert Hall, im Museo de Arte Moderno in Mexiko-Stadt, auf dem Taipei Arts Festival, dem Gateshead International Jazz Festival in Großbritannien, dem Jazzfestival Banlieues Bleues in Frankreich, dem WeJazz Festival in Finnland, dem New Directions Festival Luleå in Schweden, im Kulturhuset Stockholm, auf dem Jazz Festival in Willisau, im Exploratorium Berlin, im Radial System und in der Berliner Schaubühne.

Gabriel Santander

Gabriel Santander (c) Jennifer Eberhardt

Gabriel Santander (geb. 1978 in Tunesien), Kind argentinischer und spanischer Eltern, wuchs in Argentinien, Venezuela, Singapur, Ägypten und Spanien auf. Klassisch ausgebildet in Gitarre, präsentierte er seine ersten Stücke 1999 beim 4. „Festival International des Cordes Pincées“ in Marokko. Nach seinem Studium am Real Conservatorio Superior de Música de Madrid gewann er den ersten Preis beim Flora Prieto Kompositionswettbewerb 2010. Santanders Interesse gilt einer Klangkunst, die sich mit dem Hören selbst, den Klangmaterialen, dem „Site-specific“-Ansatz und der Überschreitung der Aufführungstraditionen beschäftigt. 2012 arbeitete er als Sound Designer in A. Charims „Bismarckstraße 35 – Eine Konzertinstallation mit Musik von Helmut Lachenmann“ an der Deutschen Oper Berlin. 2013 gewann er den „Clang Cut Book“ Realisierungs­wettbewerb Preis des KNM Berlin mit seinem Werk „Has vuelto, Leiermann, has vuelto…“. Seit 2011 wohnt er in Berlin, sein jüngstes Werk „Gesang in der Architektur des Schreiens“ (2017) nach Federico García Lorcas „Schrei gegen Rom“ wurde an der Komische Oper Berlin gezeigt. Gabriel Santander ist Gründer und Leiter des Ensemble Komboï, das sich auf die Aufführung von Repertoire und neuen Werken auf historischen Instrumenten spezialisiert hat.

Éric Sarner

Éric Sarner

Éric Sarner (geb. 1943 in Algier, Algerien), Dichter und Schriftsteller, hat Philosophie und Englische Sprache in Frankreich und London studiert und viele Bücher unterschiedlicher Genres vorgelegt. Zudem hat er sich als Journalist und Dokumentarfilmer einen Namen gemacht. Zwanzig Kultur- und Reisedokumentationen, darunter „Sénac, Jean, algerischer Dichter“ (2010), hat er gedreht. Der bekennende Jazz-Fan hat seine Passion auch immer wieder literarisch zum Ausdruck gebracht, unter anderem in dem Gedichtband „Éblouissement de Chet Baker“ (2010), einer poetischen Hommage an den US-amerikanischen Jazzmusiker Chet Baker. Im Jahr 2013 wurde Éric Sarner mit dem Tudor Arghesi Preis (Rumänien) ausgezeichnet. Für sein Buch „Cœur chronique“  (2013) erhielt er 2014 den Max Jacob-Preis. Sein jüngster Gedichtband ist „22 Figures au passage“ (2015). Sarner lebt zwischen Berlin und Paris.

Shang-Chi Sun

Shang-Chi Sun c_Ping Yen Chou

Shang-Chi Sun (geb. 1977 in Taipei, Taiwan), Tänzer und Choreograf, erhielt seine Tanzausbildung an der National Academy of Arts in Taiwan und erwarb 2012 den Master of Arts in Choreografie an der Ernst Busch Hochschule und am Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz in Berlin. Er zeigt seine Arbeiten in Europa und Asien, unter anderem auf dem Festival d’Avignon, Maison de la Danse in Lyon, dem Festival Tanz im August in Berlin, dem Shizuoka Arts Festival und dem Taiwan International Festival of Arts. Seine Arbeiten befassen sich mit rotierenden Bewegungen und visuellen Szenarien. Zu den Auszeichnungen Shang-Chi Suns gehören der „Bayerische Theater- und Literaturpreis“ der Kulturstiftung der IHK München (2005) sowie der „Erste Preis für Choreografie“ des 12. Internationalen Tanzsolo Festivals in Stuttgart.

Jan Wagner

Jan Wagner c_gezett

Jan Wagner (geb. 1971 in Hamburg) verschmilzt höchste Formbeherrschung mit überraschenden poetischen Bildern, ohne je traditionalistisch zu sein. Kaum ein Dichter seiner Generation spielt so virtuos mit der lyrischen Tradition von der Antike bis vorgestern in einem so unverwechselbaren Ton. Er verhilft dem Rettich zu einem Auftritt im Gedicht, aber auch Mücken als Sphinxleibern oder einem Biker in der Weite Montanas.
Wagner studierte Anglistik in Hamburg, später am Trinity College in Dublin, bevor er 1995 nach Berlin zog, wo er seither lebt. Parallel zum Studium widmete er sich verstärkt der Arbeit an der internationalen Literaturschachtel „Die Außenseite des Elements“, die er bis 2003 mit Thomas Girst herausgab. Gemeinsam mit Björn Kuhligk gab er 2003 im DuMont Buchverlag die Anthologie „Lyrik von Jetzt. 74 Stimmen“ heraus, die den Auftakt einer Reihe von einflussreichen Sammlungen junger deutschsprachiger Lyrik bildete.
Neben eigenen Gedichten, Essays und Kritiken übersetzt Wagner seit den neunziger Jahren englischsprachige Dichtung, unter anderem von Charles Simic, James Tate, Matthew Sweeney, Simon Armitage, Robin Robertson, Michael Hamburger und Dan Chiasson. Wagners Gedichte wurden in über dreißig Sprachen übersetzt. Er ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, der Bayerischen Akademie der Schönen Künste sowie der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz. Neben zahlreichen anderen Auszeichnungen erhielt Wagner 2015 als erster Lyriker den Preis der Leipziger Buchmesse.

Veröffentlichungen (Auswahl):
Der verschlossene Raum. Beiläufige Prosa. Hanser Berlin, Berlin 2017
Selbstporträt mit Bienenschwarm. Ausgewählte Gedichte 2001–2015. Hanser Berlin, Berlin 2016
Regentonnenvariationen. Gedichte. Hanser Berlin, Berlin 2014
Die Sandale des Propheten. Essays. Berlin Verlag, Berlin 2011
Australien. Gedichte. Berlin Verlag, Berlin 2010
Achtzehn Pasteten. Gedichte. Berlin Verlag, Berlin 2007
Guerickes Sperling. Gedichte. Berlin Verlag, Berlin 2004
Probebohrung im Himmel. Gedichte, Berlin Verlag, Berlin 2001

Auszeichnungen (Auswahl):
Samuel-Bogumil-Linde-Preis (gemeinsam mit Kazimierz Brakoniecki) 2016
Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie „Belletristik“ 2015 für „Regentonnenvariationen“
Mörike-Preis der Stadt Fellbach 2015
Stipendium der Deutschen Akademie Rom Villa Massimo 2011
Friedrich-Hölderlin-Preis der Universität und der Universitätsstadt Tübingen 2011
Arno-Reinfrank-Literaturpreis 2006
Ernst-Meister-Preis 2005
Anna-Seghers-Preis 2004

Anja Weber

Anja Weber (c) Dodi Helschinger

Anja Weber absolvierte eine Ausbildung zur zeitgenössischen Tänzerin am Iwanson International School of Contemporary Dance, München, und schloss akademische Studien in Philosophie/Musik- und Theaterwissenschaft, Psychologie und Medizin ab. 1991 gründete sie die dance-aarts-cie., die zunächst als festes Ensemble mit Gasttänzern und Choreographen, später als freie Gruppe mit wechselnder Besetzung an der Verortung von zeitgenössischem Tanz im Verhältnis zu anderen Kunstformen, insbesondere Musik, Poesie und bildender Kunst arbeitet. Unter dem Künstlernamen Mila Chiral produziert sie elektronische Musik. Ihr künstlerisches Forschungsinteresse bezieht sich auf die Untersuchung impliziten Wissens im Tanz und anderen Kunstformen insbesondere bezüglich zeitlicher Aspekte (Rhythmus, Timing, Phrasierung, Zeitlichkeit). Ihre Choreographien/Kompositionen bilden ein vierdimensionales Gewebe, aus dem sich Bedeutung und Assoziationen dynamisch erschließen lassen, bei Wahrung von Freiheit im Vorstellungsraum der Rezipienten.  

www.aartsanjaweber.de