VERSschmuggel: Kurdisch-Deutsch

Mirko Bonné

Mirko Bonné c_Skiba

Mirko Bonné (geb. 1965 in Tegernsee) übersetzte unter anderem Werke von E.E. Cummings, Emily Dickinson, John Keats, Robert Louis Stevenson und William Butler Yeats. Er veröffentlichte Romane, Erzählungen, Aufsätze, Reisejournale und Hörspiele. Im Herbst 2017 erscheint der Roman „Lichter als der Tag“. Auslandsreisen und Stipendien führten Mirko Bonné nach Südamerika, in die USA, den Iran, nach China und in die Antarktis. Für sein Werk erhielt er unter anderem den Ernst Willner-Preis, den Prix Relay, den Marie Luise Kaschnitz-Preis und den Rainer Malkowski-Preis. Bonné lebt als freier Schriftsteller in Hamburg.
    
Veröffentlichungen (Auswahl):
Nie mehr Nacht. Schöffling & Co. 2013
Traklpark, Schöffling & Co.2012
Wie wir verschwinden. Schöffling & Co. 2009
Die Republik der Silberfische. Schöffling & Co. 2008

Eskerê Boyîk

Eskerê Boyîk c_privat

Eskerê Boyîk (geb. 1941 in Qundexsazî,Riya Teze, Armenien) studierte Wirtschaftswissenschaften in Yeriwan. Nach seiner Promotion 1974 übernahm er die Leitung der Fakultät und forschte und lehrte zum Thema dörfliche Wirtschaftsstrukturen. Nach dem Zerfall der UdSSR ging Boyîk 1993 nach Deutschland. Er verfasst wissenschaftliche und gesellschaftspolitische Aufsätze und ist als freier Autor tätig. Seit 1984 war er zunächst Mitglied im Schriftstellerverband der Sowjetunion, später im Schriftstellerverband Armeniens und Mitglied des kurdischen PEN. Als Vorsitzender des Intellektuellenausschusses des Mala Ezdiyan (Kulturzentrum für Jesiden in der Diaspora) der Stadt Oldenburg gründete er 2012 das Forschungszentrum für Yesidologie, das sich zu einem Zentrum für kurdische und yesidische Kultur entwickelt hat.

Veröffentlichungen:
Bi Kurtayî Dîroka Êzdiyên Ermenistanê (Die Geschichte der Yesiden in Armenien kurz geklärt). 2015
Çanda Kurdên Sovête (Kurdische Kultur in der alten Sowjetunion). 2012
Nûra Elegezê (Heiliges Licht des Elegez). 2011
Ez Kilameke Melül (Ich bin ein Trauriges Leid ). 2009

Yildiz Çakar

Yildiz Çakar c_ Çakar

Yildiz Çakar (geb.1978 in Amed/Diyarbekir, Türkei) arbeitete als Korrespondentin und Redakteurin für kurdische und türkische Zeitungen. Ihre Gedichte, die sie zwischen 1999 und 2003 in der Zeitung Azadiya Welat und dem Magazin Jiyana Rewşen veröffentlichte, erschienen 2004 unter dem Titel „Goristana Stêrkan“ (Friedhof der Sterne, Weşanên Elma, 2004). Motive in Çakars Texten sind der Tod, Exilerfahrungen und das Nichts. Neben ihren bislang erschienenen Gedichtbänden veröffentlichte Çakar auch eine Sammlung mit Kurzgeschichten, eine Enzyklopädie über Diyarbekirs Kultur, Geschichte und Geografie, Prosatexte unter dem Titel „Leylanok“ (Illusion, Weşanên Avesta 2014), die sich auf die heilige Schrift Avesta beziehen, und eine Novelle. Sie nahm an verschiedenen Konferenzen und Diskussionspanels in Südkurdistan, Europa und der Türkei teil, die sich mit moderner kurdischer Poesie, der Rolle der Frau in der kurdischen Dichtung sowie mit Frauenstimmen und -bilder in den Balladen der traditionellen kurdischen Barden, den sogenannten Dengbêjs befassten. Çakar ist Gründungsmitglied der Kurdischen Autorenvereinigung. Ihre Gedichte und anderen Schriften wurden ins Türkische, Arabische, Deutsche und Englische übersetzt.

Carolin Callies

Carolin Callies c_Theimer

Carolin Callies (geb. 1980 in Mannheim) studierte nach ihrer Ausbildung zur Verlagsbuchhändlerin beim Suhrkamp Verlag Germanistik und Medienwissenschaft in Mannheim. Anschließend arbeitete sie als Programmassistenz im Literaturhaus Frankfurt und organisierte Lesungen für den Verlag Schöffling & Co. Seit Oktober 2016 ist sie als Autorin und selbstständige Veranstalterin tätig. Mit „fünf sinne & nur ein besteckkasten“ veröffentlichte Callies im Frühjahr 2015 bei Schöffling & Co. ihren ersten Gedichtband, für den sie 2015 mit dem Thaddäus-Troll-Preis und dem Jahresstipendium für Literatur des Landes Baden-Württemberg sowie dem Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg ausgezeichnet wurde. Weitere Gedichte erschienen in Bella triste, Allmende, POET und der Neuen Rundschau. Callies nahm am 17. open mike 2009 und am Leonce-und-Lena-Preis 2015 teil.

www.carolin.callies.de


Simone Kornappel

Simone Kornappel c_Annette Lux

Simone Kornappel (geb. 1978 in Bonn) lebt in Berlin und ist Mitherausgeberin der randnummer literaturhefte. Ihre Gedichte erschienen in Zeitschriften und Anthologien, unter anderem in „Flarf Berlin. 95 Netzgedichte“ (Edition Paechterhaus 2012), „Freie Radikale: 13 Dichter vor ihrem ersten Buch“ (Luxbooks 2010) und zuletzt in „all dies hier, Majestät, ist deins – Lyrik im Anthropozän“ (kookbooks 2016). Gemeinsam mit Sylvia Geist, Daniela Seel, Christian Lux, Andreas Bülhoff und Jan Skudlarek übersetzte sie Gedichte von Peter Gizzi ins Deutsche („Totsein ist gut in Amerika“, Luxbooks 2012). 2012 erhielt sie den Wiesbadener Lyrikpreis Orphil sowie ein Arbeitsstipendium des Berliner Senats.

Kerîm Kurmanc

Kerîm Kurmanc (geb. 1976 in Qûçan, Xorasan, Iran) studierte Journalismus und schrieb über das Leben verschiedener kurdischer Dichter. Er verfasste zwei Drehbücher, die von staatlicher Seite beschlagnahmt wurden. Sein Gedicht „Silav xatirxwestin bimîne wextekî din“ wurde ohne Begründung verboten. Kurmanc verfasst Gedichte im modernen Stil „Lo“ und auch sogenannte „Sêxiştî“, eine Gedichtform aus der Sasani-Zeit, die nur bei den Kurden in Xorasan noch lebendig geblieben ist. Viele seiner Texte wurden vertont. Beim Literaturfestival der Stadt Erdebîl erhielt er 2014 den Ehrenpreis für das beste Gedicht. Kurmanc lebt heute als Filmemacher und Schriftsteller in Teheran und arbeitet zurzeit an einem Film über den Dichter Cefer Qulî Zengilî.

José F. A. Oliver

José F.A. Oliver c_privat

José F. A. Oliver (geb. 1961 in Hausach, Schwarzwald ) stammt aus einer andalusischen Gastarbeiterfamilie und studierte Germanistik, Romanistik und Philosophie an der Universität in Freiburg. 2002 war er Gastprofessor am Massachusetts Institute of Technology in Cambridge in den USA und, wie auch später an der University of Warwick in Großbritannien, writer-in-residence. Neben weiteren Gastprofessuren an der TU Dresden (2007) und der Ludwigs-Maximilians-Universität München (2013) war er im Jahr 2004 als Stadtschreiber in Kairo tätig und erhielt 2013 das Stipendium der Kulturakademie Tarabya in Istanbul. José Oliver ist Kurator des 1998 von ihm ins Leben gerufenen Literaturfestes Hausacher LeseLenz (www.leselenz.com). Gemeinsam mit dem Literaturhaus Stuttgart entwickelte er ein Konzept für Schulen, um in Schreibwerkstätten die Sprachsensibilität von Kindern und Jugendlichen zu fördern und ihr Verständnis für Literatur zu erweitern.

www.oliverjose.com

Veröffentlichungen:
21 Gedichte aus Istanbul, 4 Briefe und 10 Fotow:orte. Matthes & Seitz 2016
Lyrisches Schreiben im Unterricht – Vom Wort in die Verdichtung. Klett / Kallmeyer-
Friedrich-Verlag 2013
fahrtenschreiber. Gedichte. Suhrkamp 2010
Mein andalusisches Schwarzwalddorf. Essays. Suhrkamp 2007
Unterschlupf. Gedichte. Suhrkamp 2006

Auszeichnungen (Auswahl):
Basler Lyrikpreis 2015
Joachim-Ringelnatz-Preis 2012
Thaddäus-Troll-Preis 2009

Ilma Rakusa

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Ilma Rakusa (geb.1946 Rimavská Sobota, Slowakei) studierte Slawistik und Romanistik in Zürich, Paris und Sankt Petersburg. Seit Mitte der siebziger Jahre veröffentlichte sie zahlreiche Gedicht-, Erzähl- und Essaybände sowie Übersetzungen aus dem Russischen, Französischen, Serbokroatischen und Ungarischen. Zu den von ihr übersetzten Autoren gehören unter anderem Marina Zwetajewa, Marguerite Duras, Danilo Kis, Imre Kertész und Péter Nádas. Als Vermittlerin osteuropäischer Literaturen schreibt sie regelmäßig für die Neue Züricher Zeitung. Sie ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und lebt in Zürich.

www.ilmarakusa.info

Veröffentlichungen:
Impressum: Langsames Licht. Gedichte. Droschl 2016
Einsamkeit mit rollendem „r“. Erzählungen. Droschl 2014
Autobiographisches Schreiben als Bildungsroman. Stefan Zweig Poetikvorlesung. Sonderzahl 2014

Auszeichnungen (Auswahl):
Berliner Literaturpreis 2017
Schweizer Buchpreis 2009
Adelbert-von-Chamisso-Preis 2003

Tobias Roth

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Tobias Roth (geb. 1985 in München) lebt als Autor, Übersetzer und Philologe in Berlin und München. Seit 2011 ist er Herausgeber der Berliner Renaissancemitteilungen und seit 2012 im Vorstand der Wilhelm-Müller-Gesellschaft. Von 2013 bis 2016 arbeitete er am Sonderforschungsbereich der Deutschen Forschungsgemeinschaft SFB644 „Transformationen der Antike“. Roth wurde unter anderem mit einem Stipendium des LCB (2010), dem Wolfgang-Weyrauch-Förderpreis (2013) und dem Bayerischen Kunstförderpreis (2015) ausgezeichnet. Die 1600m lange Textinstallation „Häuserzeilen“, die Roth im Sommer 2016 mit Sophia Pompéry realisierte, wurde vom Bezirksamt Mitte von Berlin gefördert. Als Übersetzer veröffentlichte Roth Bartolomeo Scappis „Ein Mittagessen im Vatikan am 17. Januar 1576“ (SuKuLTuR 2015), Giovanni Gioviano Pontanos „Baiae“ (Verlagshaus Berlin 2016) und Angelo Polizianos „Sylva in scabiem | Wald aus Krätze“ (hochroth 2016). Im Berliner Verlag Das Kulturelle Gedächtnis erschien im Frühjahr 2017 seine Neuübersetzung von Voltaires „Der Fanatismus oder Mohammed“.

Veröffentlichungen:
Bayerische Biergartenordnung (zusammen mit Julius David Walther). Homunculus Verlag 2016
Aus Waben (Gedichte). Verlagshaus Berlin 2013
Tradition: Gänge um das Füllhorn (Essay). Verlagshaus Berlin 2013

Fatma Savci

Fatma Savci c_privat

Fatma Savci (geb. 1974 in Mêrdîn-Nisêbîn, Türkei) schloss sich mit 16 Jahren dem Widerstand für die Freiheit Kurdistans an. Aufgrund ihrer politischen Arbeit wurde sie mehrfach verhaftet und schließlich verurteilt, unter anderem weil sie vor Gericht Kurdisch sprach. Während ihrer Haft verfasste Savci Gedichte, die aus dem Gefängnis geschmuggelt wurden und in verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften erschienen. Nach ihrer Freilassung 2003 veröffentlichte sie Gedichte, Texte und Geschichtsbücher und arbeitete als Journalistin bei Kultur- und Literaturzeitschriften sowie für einige Fernsehsender in der Türkei. Im Auftrag des Kurdischen Institut Istanbul unterrichtete sie Kurdisch für Kinder und Erwachsene. Sie engagierte sich weiterhin für kurdische Kunst und Kultur und sprach öffentlich über die Folgen des Kolonialismus. Nach erneuter Verfolgung ging sie ins Exil nach Schweden, wo sie heute als Kurdisch- und Schwedischlehrerin arbeitet.

Veröffentlichungen:
Dotmara Lal. Weşanên Avesta 2013
Rojnivîsk: Ber bi Binxetê ve. Rojnivîska rojava 2012
Çîrok: Ristika Morîkan. Weşanên Avesta 2012
 Pexşan: Şewq û payiz. Weşanên Avesta 2011
Bîra Birînê. Weşanên Avesta 2010
Xewnên Zîvîn. Weşanên Avesta 2007
Gulên Qasid. Weşanên Avesta 2006


Anahîta Şêxê

Anahîta Şêxê c_privat

Anahîta Şêxê (geb. 1980 in Dirbesî, Syrien) studierte in Damaskus Jura und arbeitete eineinhalb Jahre als Richterin in Dirbesî, bevor sie Lehrerin für Kurdisch wurde. Sie leitete die Abteilung für soziale Gerechtigkeit an der Akademiya Mezopotamiya und moderierte verschiedene TV-Sendungen zu diesem Thema. Texte, Essays und Gedichte von ihr erschienen in zahlreichen kurdischen und arabischen Zeitschriften. Şêxê trat bei den Nächten der Poesie und dem Poesiefestival der nordsyrischen Region Rojava auf. Inzwischen hat sie zwei Gedichtbände verfasst, die bislang noch nicht veröffentlicht wurden. Anahita Şêxê ist Mitglied der Union der Intellektuellen Westkurdistans.

Mueyed Teyîb

Mueyed Teyîb c_C. Vald

Mueyed Teyîb (geb. 1957 in Dihok, Irak) begann 1975 Gedichte zu schreiben. Er studierte Jura und Politikwissenschaft an der Universität in Bagdad und arbeitete als Journalist, Redakteur und Programmverantwortlicher bei Kurdistan TV. Zwischen 1983 und 1996 lebte er aufgrund politischer Verfolgung als Asylsuchender in Schweden. Zurück in Kurdistan gründete er den Verlag Spîrêz, dessen Verleger er bis heute ist. Teyîb veröffentlichte bislang sechs Gedichtbände, die inzwischen im Irak zur Schullektüre gehören. Einige seiner unter dem Baath-Regime verbotenen Gedichte zirkulierten als Kopien im Untergrund und erschienen später in verschiedenen Zeitschriften. Seine Lyrik wurde bereits ins Arabische, Persische, Türkische und Schwedische übersetzt. Er ist Mitglied in der Akademie für die kurdische Sprache und seit 2010 sitzt er als Sprecher der kurdischen Fraktion im irakischen Parlament. Im Jahr 2011 überlebte er einen Anschlag durch eine Autobombe.