ZEBRA Poetry Film Festival Münster/Berlin: Gewinnerfilme 2016

Der „ZEBRA-Preis für den besten Poesiefilm“ im internationalen Wettbewerb, gestiftet vom Haus für Poesie, geht an:

Off the Trail (GB 2015)
Regie: Jacob Cartwright & Nick Jordan
Gedicht: „Endless Streams and Mountains“ von Gary Snyder
Die Begründung der Jury: Für eine prä-apokalyptische Reise eines meisterhaften Lehrers aus einer bestickten Uniform heraus in eine sich zersetzende Welt hinein.

Der „Goethe-Filmpreis“, gestiftet vom Goethe-Institut, geht zu gleichen Teilen an:

Goldfish (D 2016)
Regie: Rain Kencana
Gedicht: „Golden Fish“ von Shuntaro Tanikawa
Die Begründung der Jury: Für einen Film, der es versteht, die reine Beschreibung zu transzendieren: „Es ist die perfekte Kombination von (Poesie) (Tanz) (Film) (Musik)...“ und uns stattdessen mit einer Kreation beschenkt, die IST.

Process: Breath (N 2016)
Regie: Line Klungseth Johansen
Gedicht: „Process:Breath“ von Line Klungseth Johansen
Die Begründung der Jury: Für den Film mit der berührendsten Ästhetik, die Liebeskummer wissenschaftlich zu trösten versteht.

Die Jury spricht eine lobende Erwähnung des „Goethe-Filmpreises“ für PLEASE LISTEN! (RU 2014) von Natalia Alfutova (Gedicht „Please Listen“ von Vladimir Mayakovsky) aus.
Die Begründung der Jury: Wie man klassische Poesie schlüssig in eine imaginierte Zukunft „beamt“, in der „Westworld“-Charaktere durch verborgene Türen und ungewisse Reflexionen tanzen.

Auch der „Preis für den besten Film für Toleranz“, gestiftet vom Auswärtigen Amt, wird geteilt:

Steel and Air (USA 2016)
Regie: Chris & Nick Libbey
Gedicht: „Steel and Air“ von John Ashbery
Die Begründung der Jury: Für den Film, in dem der Lebensmünzautomat dir nicht immer das Andenken gibt, das du wirklich brauchst, aber Bruchstücke verbindet und dir den Wert all deiner Schuld, deiner Trauer, deiner Seligkeit restituiert.

Hail the Bodhisattva of Collected Junk (TWN 2015)
Regie: Ye Mimi
Gedicht: „Hail the Bodhisattva of Collected Junk“ von Yin Ni
Die Begründung der Jury: Für den schillerndschrottigsten Film, voller Unratswut, wo Buddha mit der Ruderalgesellschaft lacht.


Eine lobende Erwähnung beim „Preis für den besten Film für Toleranz“ geht an Chamada Geral (P 2015) von Manuel Vilarinho (Gedicht: „Chamada Geral“ von Mário Henrique Leiria). Die Begründung der Jury: Eine wundervolle Beschimpfung, mit Anklängen von anarchischem Punk und politischer Dringlichkeit, getrieben von dunklem Humor.

Der „Ritter Sport Filmpreis“ im deutschsprachigen Wettbewerb, gestiftet von der Alfred Ritter GmbH und Co KG, geht an:

Die Angst des Wolfs vor dem Wolf (D 2014)
Regie: Juliane Jaschnow
Gedicht: „Die Angst des Wolfs vor dem Wolf“ von Stefan Petermann
Die Begründung der Jury: Für einen Film, der in den eigenen Begrenzungen gefangen setzt.
Trailer:

Ebenfalls lobend erwähnt beim „Ritter Sport Filmpreis“ wurde Leerstelle (D 2016) von Urte Zintler (Gedicht: „Ziehende Landschaft“ von Hilde Domin).
Die Begründung der Jury: Für die minimalste und zugleich vielgestaltigste Animation, sorgfältig entwickelt aus unsichtbaren Informationsschichten und ausgereiften Remix-Formen.
Trailer:

Außerdem wurde im NRW-Wettbewerb ein Publikumspreis, gestiftet von der Deutschen Lufthansa AG, vergeben an:

Vögel auf Stromleitungen (D 2014)
Regie: Dean Ruddock
Gedicht: „Vögel auf Stromleitungen“ von Dean Ruddock

Der ZEBRINO Preis für den besten Poesiefilm für Kinder und Jugendliche geht an:

Automne (F 2016)
Regie: Hugo de Faucompret
Gedicht: „Automne“ von Guillaume Apollinaire
Den Siegerfilm hat das junge Publikum bestimmt. Der Preis ist mit 500 Euro dotiert.

Weitere Filme, die eine Erwähnung der Jury verdient haben, sind:
Kaspar Hauser Lied (Regie: Susanne Wiegner, Gedicht: Georg Trakl)
Tzayri Lee Tzeeyur | Paint Me A Painting (Regie: Jasmine Kainy, Gedicht: Hedva Harechavi)
Viento | Wind (Regie & Gedicht: David Argüelles)
The Headless Nun (Regie: Nuno de Sá Pessoa Costa Sequeira, Gedicht: Kris Skovmand)
Long Rong Song (Regie: Alexander Vojjov, Gedicht: Ottar Ormstad)
The Poster Reads: ACTIVE SHOOTER EVENT (Regie: Cheryl Gross, Gedicht: Nicelle Davis)
I Could Eat A Horse (Regie & Gedicht: Jake Hovell)
What about the law (Regie: Charles Badenhurst, Gedicht: Adam Small)
Refugee Blues (Regie: Stephan Bookas, Gedicht: W.H. Auden)