20. poesiefestival berlin: Endlich Zeit für Sprache

21.02.2019

Das poesiefestival berlin geht in diesem Jahr in seine 20. Ausgabe. Veranstaltet vom Haus für Poesie findet es vom 14. bis 20. Juni 2019 in der Akademie der Künste am Hanseatenweg statt. Das Festival präsentiert unter dem Motto Endlich Zeit für Sprache internationale Poesie in unterschiedlichsten Formen und in Verbindung mit Kunst, Theater, Performance, Musik, Film und digitalen Medien.

Sprache ist das Medium des Denkens und das zentrale Mittel zwischenmenschlicher Verständigung. Sprache drückt aus, übersetzt, schafft Verständigung und Verbindung. Gegenwärtig erleben wir die Vergiftung der Sprache. Sprache wird benutzt, um die Normen von Moral und Respekt zu verschieben, die Wahrheit zu diskreditieren sowie Autokratie, Nationalismus und Diskriminierung gesellschaftsfähig zu machen. Es ist Zeit für sprachliche Gegenmaßnahmen und künstlerische Interventionen!

Das Haus für Poesie lädt zum 20. poesiefestival berlin internationale Dichterinnen und Dichter ein, Poesie als Widerspruch zu sprachlicher Vereinfachung, Populismus und Hetze auf die Bühne zu bringen, Komplexität abzubilden und Verbindungen herzustellen.

Den Länderschwerpunkt bilden in diesem Jahr die USA. Im Übersetzungsworkshop VERSschmuggel, bei dem sich deutschsprachige und amerikanische AutorInnen gegenseitig übersetzen, ist die dialogische Form Grundvoraussetzung. Sprachen, Kunst und Menschen nähern sich in ihrer Vielschichtigkeit an und verständigen sich, mithilfe von Vermittlung und Übersetzung. Zwei Veranstaltungen widmen sich anlässlich des 50. Jahrestags des New Yorker „Stonewall“-Aufstands, dem Auslöser der homosexuellen Bürgerrechtsbewegung, dem queeren Schreiben. Bei Freily ausgefranst, kuratiert von der deutschen Lyrikerin Uljana Wolf und dem amerikanischen Autor Christian Hawkey, geht es um translinguales Schreiben. Walt Whitman gilt als Begründer der modernen amerikanischen Lyrik, sein Langgedicht Leaves of Grass wird für das poesiefestival berlin szenisch inszeniert. Zu einem großen Spoken Word-Abend reist die amerikanische Künstlerin Sarah Kay, Star der internationalen Szene, an.             

Auch Mittel- und Südamerika rücken in den Fokus: Ein Tag widmet sich der Gegenwartslyrik in Kuba, Höhepunkt ist ein Konzert des legendären kubanischen Singer-Songwriters Raúl Paz. Der argentinische Dichter Sergio Raimondi hält die Berliner Rede zur Poesie 2019 zu globalen Fragestellungen und deren Auswirkungen auf das Schreiben.

Eröffnet wird das Festival traditionell mit Weltklang, einem vielsprachigen Panorama internationaler Dichtkunst, u.a. mit Marion Poschmann und Eileen Myles.

Bereits am 8 Juni eröffnet die Ausstellung Aubergine mit Scheibenwischer. Sie zeigt das zeichnerische Werk des Dichters Oskar Pastior, das noch nie in diesem Umfang zu sehen war.

Das poesiefestival berlin findet seit 2000 statt und ist das größte seiner Art in Europa. Es bringt jährlich rund 150 namhafte Dichterinnen und Dichter sowie Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt nach Berlin. Neben dem Buch hat sich die Dichtkunst längst auch andere Präsentationsformen gesucht und experimentiert mit Theater, Performance, Musik, Tanz, Film und digitalen Medien. Das Festival macht Poesie in ihrer ganzen Formenvielfalt erlebbar und zählt bis zu 12.000 Besucher jedes Jahr.

Das poesiefestival berlin ist ein Projekt vom Haus für Poesie in Kooperation mit der Akademie der Künste und wird gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.

 

14.6–20.6.2019

20. poesiefestival berlin

Akademie der Künste

Hanseatenweg 10

10557 Berlin

 

Vorab

8.6. Aubergine mit Scheibenwischer - die Zeichnungen von Oskar Pastior

Ausstellungseröffnung

11.6. poets corner

Lesungen in den Berliner Bezirken

 


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