Veranstaltung: März 2022

Mi
2.3.22
19.30 Uhr

Prahlerisch der Flötist, unbändig der Gott
Gegenwartsproof: Jelena Schwarz

Event-Picture: Prahlerisch der Flötist, unbändig der Gott <br> Gegenwartsproof: Jelena Schwarz

Lesung & Gespräch

Lesung & Gespräch mit Polina Barskova Dichterin, Berkeley | Daniel Jurjew Übersetzer und Schriftsteller, Frankfurt am Main | Olga Martynova Dichterin und Übersetzerin, Frankfurt am Main | Moderation Steffen Popp Dichter und Übersetzer, Berlin

Jelena Schwarz (geboren 1948 in Leningrad, gestorben 2010 in Sankt Petersburg) galt als wichtigste Lyrikerin der inoffiziellen Lyrikszene in Petersburg. Ihr Freund, der Dichter Oleg Jurjew, stellte sie in eine Reihe mit DichterInnen wie Alexander Block, Ossip Mandelstamm, Anna Achmatowa oder Marina Zwetajewa. Unter Intellektuellen und SchriftstellerInnen fanden ihre Gedichte zunächst Verbreitung als gebundene Schreibmaschinenkopien, den sogenannten Samisdatbüchern. Mitte der 1980er Jahre erschien Schwarz' erster Gedichtband in den USA. In ihrer Heimat wurden ihre Gedichte erst nach der Perestroika gedruckt.

In ihren Texten verbindet Schwarz Verspieltheit mit äußerster Strenge. Sie wusste, die eigentliche Subversion besteht in der Wahrung der Form (einmal sogar mit ironischem Rückgriff auf die Regelpoetik des französischen Klassizismus). Die letzten Dinge werden in ihren Gedichten verhandelt, existentiell und heiter zugleich. Die Röntgenaufnahme ihres Schädels wird genauso selbstverständlich bedichtet wie eine Müllhalde oder das Liebesleben der Zarin Katharina II. Ihr zentrales Thema ist die Begegnung von Mensch und Schöpfergott. Schwarz spricht dabei durch Masken, benutzt antike Mythen und historische Stoffe als Folien.

Schwarz' Gedichte wurden das erste Mal in den 1990er Jahren ins Deutsche übersetzt. Jetzt liegt mit „Buch auf der Fensterbank und andere Gedichte“ (Matthes & Seitz 2022) eine großzügige Auswahl aus ihrem Gesamtwerk vor, die von Daniel Jurjew herausgegeben und übersetzt wurde.

Mit freundlicher Unterstützung von ECHOO Konferenzdolmetschen

Ort:
Haus für Poesie
Kulturbrauerei

Knaackstr. 97, 10435 Berlin


Eintritt:
6/4 €


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Programmänderungen vorbehalten. Bei Veranstaltungsausfall erstatten wir den Eintrittspreis. Wir möchten die Veranstaltung für alle Gäste, KünstlerInnen und Mitarbeitende so sicher wie möglich machen. Deswegen gilt im Haus für Poesie die 2G-Regelung plus Maske (FFP2) plus tagesaktueller Test. Dreifach geimpfte BesucherInnen benötigen keinen zusätzlichen tagesaktuellen Test. Bitte kommen Sie getestet zur Veranstaltung. Das Tragen einer Maske gilt auch in den Innenräumen und am Platz. Bitte erscheinen Sie wegen der Einlasskontrolle frühzeitig. Bringen Sie Ihren Lichtbildausweis, ein digitales Impfzertifikat (bzw. dessen Ausdruck) oder Ihre Genesungsbescheinigung mit. Danke für Ihr Verständnis und Ihre Mithilfe.