Veranstaltung: März 2016

Di
15.3.16
19.00 Uhr

Die ungenutzte Seite der Metapher: Poschmann und Preiwuß

Event-Picture: Die ungenutzte Seite der Metapher: Poschmann und Preiwuß Kerstin Preiwuß (c) Jorinde Gersina
Kerstin Preiwuß (c) Jorinde Gersina

Lesung & Gespräch

In Lesung und Gespräch Marion Poschmann Autorin, Berlin Kerstin Preiwuß Autorin, Leipzig  
Moderation Theresia Prammer Literaturkritikerin, Berlin

In ihren jüngsten Gedichten führen Marion Poschmann (*1969 Essen) und Kerstin Preiwuß (*1980 Lübz) den Leser durch die Jahreszeiten, in natürliche, künstliche und innere Landschaften.
Poschmanns Band »Geliehene Landschaften« (Suhrkamp Verlag 2016) beschwört in Texten zwischen »Bliss und Biß« den großen »Garten Benennung«. Ihre Lehrgedichte und Elegien sind Streifzüge auf Elchpfaden, durch Hirschgehege und die »brunnendurchflossene Gegenwart« von Pop-up-Parks. Hier gibt es die »bestens frisierten Hunde New Yorks« und Nilpferde, die ihre schmutzigen Kacheln bewachen. Bei Poschmann sind Einweggrills und Rouladenklammern nicht weniger poesiefähig als Vulkane, die Handschuhe »aus eleganter Bewölkung« tragen.
In Preiwuß’ Band »Gespür für Licht« (Berlin Verlag 2016) wimmelt es von Aalmüttern, Windsbräuten, Harpyien, Grashüpferskeletten und Männern, die Hirsche für ihre Tapeten wildern. Er enthält schmerzlich-schöne Texte, reich an Assonanzen und eigenwilligen Reimen, über das »Nicht-erscheinen des Schönen« und darüber, was man sicher verliert, weil man es liebt. Die Dichterin schreibt über die anschmiegsame Dunkelheit, sonore Samtgeräusche, das bescheidene Licht des Herbstes und die »schnelle Schwärze des Dezembers«, aber auch über die Helligkeit der Welt, die gegen das Glas »glockt«.

Ort:
Literaturwerkstatt Berlin / Haus für Poesie
Kulturbrauerei

Knaackstr. 97, 10435 Berlin


Eintritt:
€ 6/4