Gespräch des Monats  2018

01.05.2018

Buchpremiere Michael Krüger: Einmal Einfach

„Ich beginne ein neues Notizbuch / für Fragen, die keine Antwort brau­chen. / Wie lange hält sich der Schnee / auf den Zweigen des Vogelbeer­strauchs?“ In dem neuen Gedichtband von Michael Krüger heißt Einmal einfach Hinreise ohne Rückfahrkarte. Nicht zurück in Verhältnisse der Entsinnlichung, des Bescheidwissens und der Hetze im Netz. Die Reise geht wieder und noch einmal in die Natur – als wären ausgerechnet Bäume, Wiesen und der weite Himmel das, was man von der Welt im Gedächtnis behalten will. Es ist eine Reise mit offenen Augen: nicht verklärend, nicht mehr naiv und dennoch nicht ohne Rührung. Ohne große Worte, einmal einfach ohne Ziel.
Der Literaturkritiker Michael Opitz spricht mit Michael Krüger über das Schreiben von und Leben mit Gedichten.

Michael Krüger (c) gezett
Michael Krüger (c) gezett
01.04.2018

Richard Pietraß

Richard Pietraß schreibt Gedichte mal im hohen Ton, mal lakonisch wie durch die Blume eines Stehbiers gesprochen. Es sind Texte über das in die Binsen gekommene Leben, über „Muttermilch und Vatererbe“. Pietraß selbst nennt sie Hirnhöhlenschwangerschaften und Verlegenheitsgedichte. Sein Blick wechselt mühelos vom Mikroskopischen ins Kosmische: von den Schattenalgen, die Kolonien gründen, zu den Kosmonauten im Mondstaub, vom Fliegenei, das im Augenwinkel reift, zum Urknall und von den Lichtmessen seines Erdengels bis hin zur entriegelten Ewigkeit. An diesem Abend wurde das lyrische Schaffen von Richard Pietraß am Beispiel von sieben Gedichten langschrittig durchmessen. Sebastian Kleinschmidt wählte die Gedichte aus und befragte den Dichter zu seinem Werk.

Richard Pietraß (c) gezett
Richard Pietraß (c) gezett
01.03.2018

Elfenbein Verlag. Luíz Vaz de Camões und Pierre de Ronsard

Der 1996 gegründete Elfenbein Verlag präsentiert in editiorischen Meister­leistungen zwei im selben Jahr geborene Dichter der Renaissance, die jeweils die Literatur ihres Landes erneuert haben: den Portugiesen Luís Vaz de Camões und den Franzosen Pierre de Ronsard. Der Journalist Tobias Schwartz dikutiert mit dem Verleger Ingo Držečnik, der Herausgeberin Carolin Fischer, dem Herausgeber Rafael Arnold und dem Ronsard­-Übersetzer Georg Holzer die heutige Bedeu­tung der beiden Dichter.

Camões (c) Granger
Camões (c) Granger
01.02.2018

Unmögliche Liebe. Die Kunst des Minnesangs

Von der Liebe zu singen ist eine urlyrische Angelegenheit. Die Dichter Jan Wagner und Tristan Marquardt haben 68 ihrer Kolleginnen und Kollegen gebeten, die mittelhochdeutsche „Nachtigall zu triezen“ und kanonische Texte des Minnesangs zu übersetzen; darunter Walther von der Vogelweide, Heinrich von Morungen und Oswald von Wolkenstein. Das Ergebnis ist ein Dialog in Buchform zwischen alten und neuen Meistern, der die unter­ schiedlichsten Übersetzungsansätze und Tonfälle präsentiert. Tristan Marquardt sprach mit Ulrike Draesner, Odile Kennel, Kathrin Schmidt und Steffen Popp über das Minneparadox und das Paradox des Übersetzens.

Draesner (c) gezett
Draesner (c) gezett
01.01.2018

open mike Auftakt: Debütlesungen

Bevor beim 25. open mike 20 junge Autorinnen und Autoren um die Wette lesen, präsentieren drei open mike-Finalistinnen der letzten Jahre ihre frisch erschienenen literarischen Debüts. Doris Anselm gewann 2014 den open mike, 2017 veröffentlichte sie ihren hochgelobten ersten Erzählband und in dem Moment holt meine Liebe zum Gegenschlag aus. Alina Herbing war 2012 Finalistin beim open mike. Ihr Debütroman Niemand ist bei den Kälbern erschien 2017 im Arche Verlag und wurde NDR-Buch des Monats. Andra Schwarz gewann gewann 2015 den Lyrikpreis des open mike. Ihr Lyrikdebüt Am morgen sind wir aus glas erschien im Herbst 2017.

open mike Auftakt: Debütlesungen