Gespräch des Monats  2017

02.10.2017

Flaneure und Vaganten

Gibt es ihn noch, den Meister des Müßiggangs, der von der „Eile der anderen“ (Franz Hessel) überspült wird? Der Flaneur, vorangegangen sind ihm Vaganten und Scholaren, ist eine Schlüsselfigur der Moderne. Darüber haben am 27.4.2017 die Lyriker Christoph W. Bauer (geb. 1968 in Kolbnitz) und Tom Schulz (geb. 1970 in Großröhrsdorf) mit Claudia Kramatschek gesprochen.

Tom Schulz (c) gezett
Tom Schulz (c) gezett
04.09.2017

Poesiegespräch: M. NourbeSe Philip "exaqua"

Uljana Wolf hat auf dem poesiefestival berllin am 18.6.2017 die Dichterin M. NourbeSe Philip befragt. Über das Werk Zong! und ein ästhetisches Vorgehen, das versucht, etwas Unsagbares sagbar zu machen. Im Jahre 1871 ließ der Kapitän des Sklavenschiffes Zong 150 Sklaven im Meer ertränken, um die Versicherungssumme zu kassieren. M. NourbeSe Philip hat ein Langpoem geschaffen, das sich auf das Wortmaterial eines juristischen Berichts aus dieser Zeit stützt. Philip den Toten ihre Namen zurück, und da es kein Wort für das Bergen von Ertrunkenen gibt, erfindet sie es selbst: „exaqua“. Das Gespräch fand auf Englisch statt.

M. NourbeSe Philip (c) Gail Nyoka
M. NourbeSe Philip (c) Gail Nyoka
01.08.2017

Lyrikempfehlungen 2017

Eine illustre Runde, bestehend aus Dichterinnen und Dichtern sowie Vertreterinnen und Vertretern literarischer Institutionen, Verlage und Medien, empfiehlt einmal im Jahr zwölf deutschsprachige und zwölf ins Deutsche übersetzte Lyrikbände. Zum Erscheinen der Broschüre 2017 hat das Haus für Poesie am 19.4.2017 die Autoren Andrew Duncan und Steffen Popp eingeladen. Marion Poschmann und Christiane Lange haben sie vorgestellt. Übersetzer Stefan Weidner und Holger Pils von der Stiftung Lyrik Kabinett präsentierten den Band Übersetzer der Sehnsüchte von Ibn Arabi (✝1240).

www.lyrik-empfehlungen.de

Lyrikempfehlungen 2017
03.07.2017

grimm diaries. Märchen und Dichtung

Es ist eine phantastische, grausame und sexuell aufgeladene Welt, die uns in den Volks- und Kunstmärchen begegnet. Sie birgt einen ewig währenden Vorrat, von dem die Poesie noch heute zehrt. In Birgit Kreipes Gedichten, ihr Band Soma erschien 2016, rappt im Radio ein „altes märchen“, und es gibt „hits von goldmarie“. In gesammelte fehlmärchen von Kristin Schulz verlaufen sich „kein und aber“ im Wald und „der stiefmutter liebstes kind beißt ins grüne gras“. In Den Mond unterm Arm von Johanna Schwedes tummeln sich Feen und Hexen mit Fuchs- und Hasenmasken. Die drei Autorinnen haben am 6. April 2017 im Haus für Poesie die Märchenmotive ihrer Texte mit Asmus Trautsch diskutiert.

Johanna Schwedes (c) Tobias Neumann
Johanna Schwedes (c) Tobias Neumann
01.06.2017

text + kritik. Elke Erb

Im März 2017 erschien das text + kritik-Heft über die Dichterin Elke Erb (geb. 1938 in Scherbach, Voreifel), herausgegeben von dem Schriftsteller Steffen Popp. Eine längst überfällige Ehrung einer der einflussreichsten deutschsprachigen Lyrikerinnen der Gegenwart. Aus diesem Anlass las sie am 5. April 2017 aus ihrem Werk und wurde von Steffen Popp befragt. Mit ihr kamen text + kritik-Autor Ferdinand Schmatz und -Autorin Annett Gröschner zu Wort.

Elke Erb (c) gezett
Elke Erb (c) gezett
08.05.2017

40 Jahr PARK

Das Haus für Poesie feiert das 40-jährige Bestehen von PARK – Zeitschrift für neue Literatur. Seit der Gründung im Jahre 1976 hat sich das ein Ein-Mann-Unternehmen zur Aufgabe gemacht, die Poesie der Gegenwart in großer Vielfalt zu präsentieren. „Klein, aber fein gleicht die Zeitschrift einer unbeirrten, fundierten Liebeserklärung an die Literatur mit Schwerpunkt Lyrik.“ (NZZ) Zu Ehren der Zeitschrift haben am 7.2.2017 vier PARK-Autoren der letzten Jahre im Haus für Poesie gelesen: Kenah Cusanit, Gerhard Falkner, Kerstin Preiwuß und Monika Rinck. Michael Speier und Michael Braun führten durch den Abend.

Michael Speier und MIchael Braun (c) gezett
Michael Speier und MIchael Braun (c) gezett
30.03.2017

Poesiedebatte zur Form

„Auf ,klassische‘ Techniken der Dichtkunst verzichten wollen, das ist, als wollte man einen Stuhl bauen ohne Physik“, so die Lyrikerin Ann Cotten (geb. 1982 in Ames, Iowa). Doch inwieweit ist es für einen heutigen Dichter legitim, sich beim traditionellen Formenkanon zu bedienen? Muss das moderne Gedicht seine Form nicht immer wieder selbst erfinden? Das Haus für Poesie hatte neben Cotten Tim Holland und Uwe Kolbe zur Poesiedebatte am 9.3.2017 eingeladen, moderiert von Joachim Scholl. Jetzt ist die Diskussion online.

Tim Holland (c) Fine Bieler
Tim Holland (c) Fine Bieler
28.02.2017

Gegenwartsproof: Renate Rasp

Sie war eine große Eigensinnige. Ihre Lyrik liegt in zwei Bänden vor: “Eine Rennstrecke” (Kiepenheuer & Witsch 1969) und “Junges  Deutschland” (Carl Hanser Verlag 1978). Es sind brillante und böse Gedichte über „lüsternen Körperekel“ (DIE ZEIT) und die RAF, jenseits von „vage politisierter Befindlichkeitsschilderung“ (FAZ). Heute ist Renate Rasp (geb. 1935 in Berlin) von vielen vergessen. Ihr Tod im Jahre 2015 löste kaum öffentliche Reaktionen aus. Konstantin Ames und Maren Kames haben am 3.2.2017 im Haus für Poesie Rasps Gedichte gelesen und mit Michael Lentz diskutiert.

Renate Rasp (c) Brigitte Friedrich
Renate Rasp (c) Brigitte Friedrich
02.02.2017

Lyrikline Live. Vier neue Stimmen am 24.11.2016

Die Online-Plattform lyrikline ist ein stetig wachsendes Weltarchiv der Dichtung in Wort, Ton und Bild. Bei der Auswahl der Dichterinnen und Dichter, die mit ihren Texten und Stimmen auf lyrikline veröffentlicht werden, hat das Haus für Poesie Unterstützung. Im Jahr 2016 hat der Lyriker Tristan Marquardt die Auswahl vorgenommen. Im November stellte er Michael Fehr, Martina Hefter, Margret Kreidl und Charlotte Warsen als die vier neuen deutschen Stimmen für lyrikline vor.

Charlotte Warsen (c) Valerie Schmidt
Charlotte Warsen (c) Valerie Schmidt
01.08.2017

Lyrikempfehlungen 2017

Eine illustre Runde, bestehend aus Dichterinnen und Dichtern sowie Vertreterinnen und Vertretern literarischer Institutionen, Verlage und Medien, empfiehlt einmal im Jahr zwölf deutschsprachige und zwölf ins Deutsche übersetzte Lyrikbände. Zum Erscheinen der Broschüre 2017 hat das Haus für Poesie am 19.4.2017 die Autoren Andrew Duncan und Steffen Popp eingeladen. Marion Poschmann und Christiane Lange haben sie vorgestellt. Übersetzer Stefan Weidner und Holger Pils von der Stiftung Lyrik Kabinett präsentierten den Band Übersetzer der Sehnsüchte von Ibn Arabi (✝1240).

www.lyrik-empfehlungen.de

Lyrikempfehlungen 2017