Die Statuten des open mike

I. Der Wettbewerb

1. Der open mike wird von der Literaturwerkstatt Berlin und der Crespo Foundation ausgeschrieben und ist mit insgesamt 7500€ dotiert.

2. Der open mike fördert den literarischen Nachwuchs und bietet jungen Autorinnen und Autoren eine Bühne, bringt sie in Kontakt mit der literarischen Öffentlichkeit und dient der Netzwerkbildung. Der open mike unterstützt junge Talente nachhaltig und hilft ihnen, eine eigene literarische Stimme zu entwickeln.


II. Die Teilnahme

3. Am open mike teilnehmen können deutschsprachige Autorinnen und Autoren, die am Tag des Einsendeschlusses nicht älter sind als 35 Jahre. Die AutorInnen  dürfen bis zum Wettbewerbsfinale im November weder eine eigenständige literarische Buchpublikation (betrifft auch E-Books) noch einen Vertrag bezüglich einer Buchpublikation mit einem Verlag abgeschlossen haben.

4. Jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin kann nur eine Bewerbung einreichen. Die TeilnehmerInnen früherer open mikes können erneut teilnehmen, sofern sie die Ausschreibebedingungen erfüllen.  

5. Beim open mike können deutschsprachige Texte eingereicht werden - entweder kurze Prosa, ein in sich geschlossener Auszug aus einem längeren Text oder Lyrik.
Die Texte dürfen weder veröffentlicht noch zu einem anderen Wettbewerb oder Stipendium eingereicht worden sein; das betrifft auch die Veröffentlichung im Internet, in Zeitschriften, Anthologien und Dokumentationen jeder Art. Der Umfang der eingereichten Texte muss einer 15-minütigen Lesezeit entsprechen. Deutlich zu lange oder zu kurze Einsendungen werden vom Wettbewerb ausgeschlossen.

6. Die Manuskripte müssen in zweifacher Ausfertigung als lose Blätter (ohne Heftung) an die in der Ausschreibung genannte Adresse eingeschickt werden. Auf den Manuskriptseiten darf weder der Name des Absenders noch ein Kennwort erscheinen. Der Bewerbung muss eine kurze Biographie mit Name, Adresse, Telefonnummer, E-Mail-Adresse und Geburtsdatum des Bewerbers beiliegen.

7. Der Einsendeschluss wird jeweils in der Ausschreibung angegeben, es gilt das Datum des Poststempels.

8. Eine Rücksendung der Manuskripte erfolgt nicht. Die Literaturwerkstatt vernichtet alle Manuskripte nach dem Wettbewerb.


III. Vorauswahl

9. Alle gültigen Einsendungen werden anonymisiert und so an eine unabhängige Vorjury, bestehend aus 6 Lektorinnen und Lektoren, weiter gegeben. Die LektorInnen werden jedes Jahr neu benannt und vom Veranstalter ausgewählt. Von den 6 LektorInnen werden 5 für die Prosaauswahl und eine(r)  für die Lyrikauswahl benannt.

10. Die Vorjury wählt aus allen gültigen und anonymisierten Einsendungen insgesamt max. 22 aus, deren Verfasser zum Finale des open mike nach Berlin eingeladen werden. Die Lektorinnen und Lektoren stellen beim öffentlichen Finale die von ihnen ausgewählten Kandidaten vor.

11. Die ausgewählten Bewerber erhalten Anfang Oktober eine persönliche Einladung, die Namen der Finalisten werden zudem auf www.literaturwerkstatt.org und den social media-Kanälen der Literaturwerkstatt sowie in einer Pressemitteilung bekannt gegeben. Die nicht für das Finale ausgewählten Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden nicht eigens informiert.


IV. Finale

12. Die persönliche Teilnahme der eingeladenen AutorInnen am Finale gilt als Bestandteil des Wettbewerbs. Jeder Finalteilnehmer verpflichtet sich, seinen Text selbst zu lesen. Wer nicht teilnehmen kann oder möchte, kann nicht weiter am Verfahren teilnehmen. Der Platz kann neu besetzt werden, die Entscheidung darüber liegt beim Veranstalter. Bei höherer Gewalt entscheidet der Veranstalter, wie zu verfahren ist.

13. Das Finale wird in Form einer öffentlichen Lesung an einem Wochenende im November in Berlin ausgetragen. Die eingeladenen AutorInnen lesen während des 2-tägigen Finales in einer vorab durch ein Losverfahren bestimmten Reihenfolge vor Jury, Publikum und Medien aus eigenen, unveröffentlichten Manuskripten (Prosa oder Lyrik). Der gelesene Text muss mit dem eingesandten Text übereinstimmen (ausgenommen sind Korrekturen und leichte Kürzungen).

14. Jede/r AutorIn liest maximal 15 Minuten. Nach 15 Minuten klingelt ein Wecker. Nach dem Klingeln darf nur noch der gerade gelesene Satz beendet werden.


V. Preisträger

15. Die Preisträger werden im Anschluss an die Lesungen in Berlin durch die Wettbewerbsjury bestimmt.

16. Die Wettbewerbsjury des Finales besteht aus 3 AutorInnen. Sie wird jedes Jahr neu benannt. Die Auswahl der Jurymitglieder treffen die Veranstalter.

17. Die Ermittlung der Preisträger durch die Jury erfolgt in geheimer Abstimmung. Es gibt maximal 3 Preisträger der Jury. Einer der drei Preise muss für Lyrik vergeben werden. Ob die anderen beiden Preise für Lyrik oder Prosa vergeben werden, obliegt der Jury. Die Jury entscheidet auch über die Aufteilung der Gewinnsumme. Die Jury kann darüber hinaus lobende Erwähnungen aussprechen.

18. Die tageszeitung taz vergibt darüber hinaus einen Publikumspreis. Die taz schreibt die Teilnahme an der Publikumsjury aus und wählt aus den Bewerbungen eine Jury aus, die das Finale des open mike besucht und während der Preisverleihung des open mike den Publikumspreis vergibt. Der Preis der Publikumsjury beinhaltet einen Abdruck des ausgezeichneten Textes in der taz.

19. Die  Preisträger der Jurypreise und der Publikumspreisträger werden im Anschluss an den open mike zu Lesungen nach Frankfurt, Wien und im Jahr darauf nach Bern eingeladen. Sie lesen dort aus ihren ausgezeichneten Texten.


VI. Reisekosten

20. Für die zum Finale eingeladenen AutorInnen werden gegen Vorlage von Originalbelegen Reisekosten bis 150€ erstattet, bei Reisen mit dem Auto wird eine Kilometerpauschale erstattet.  Zudem erhalten die eingeladenen AutorInnen ein Startgeld von 100€.

21. Reise- und Aufenthaltskosten für die JurorInnen und LektorInnen übernehmen die Veranstalter.  

22. Die Organisation der Lesereise der PreisträgerInnen sowie die Kosten für Honorare, Reise und Übernachtung übernehmen die Veranstalter und ihre Partner.


VII. Anthologie

23.    Die Texte der zum Finale eingeladenen Autoren und Autorinnen werden als  Anthologie im Allitera Verlag (München) veröffentlicht, die Anthologie erscheint zum Wettbewerbsfinale. Die für das Wettbewerbs-Finale ausgewählten Texte dürfen bis zum Finale im November nicht anderweitig veröffentlicht werden. Die AutorInnen sind verpflichtet, die Manuskripte samt Autorenbiografie an den Allitera Verlag zu übermitteln. Der für die Anthologie eingereichte Text muss sowohl mit dem zur Bewerbung eingesandten Text wie auch mit dem in der öffentlichen Lesung vorgetragenen Text übereinstimmen (ausgenommen sind Korrekturen und leichte Kürzungen). Die Rechte am Text verbleiben beim/bei der AutorIn.


VIII. Workshop

24. Alle Finalisten des jeweiligen Jahrgangs (max. 22) werden nach dem open mike zu einem Wochenend-Workshop eingeladen. Dort haben sie die Möglichkeit, mit Autoren und Lektoren an ihren Texten zu arbeiten.  


IX. Rechte

25. Der Autor/Die Autorin bestätigt mit der Einsendung, dass der Text von ihm/ihr stammt.

26. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des open mike stimmen mit der Einsendung ihrer Texte für den Fall der Auswahl und Einladung für das Finale Folgendem zu:
-    der möglichen Veröffentlichung des Textes während oder nach dem Wettbewerb durch die Literaturwerkstatt Berlin und die Crespo Foundation in eigenen Publikationen und auf den eigenen Internetseiten
-    der Veröffentlichung des Textes in der Wettbewerbsanthologie (s. VII/23)
-    dem Ton- und Bildmitschnitt der öffentlichen Lesung und der Verwendung des Mitschnitts durch die Literaturwerkstatt Berlin, ihre Kooperationspartner und die Medien  
-    der Veröffentlichung von im Rahmen des Wettbewerbs, einschließlich Finale, Lesereise und damit zusammenhängender Veranstaltungen entstehender Bild- und Tonaufnahmen durch die Literaturwerkstatt Berlin, ihre Kooperationspartner und die Medien zu Zwecken der Berichterstattung über und PR- und Öffentlichkeitsarbeit für den open mike 

Die eingeräumten Rechte gelten zeitlich unbegrenzt, sowohl für die vollständige als auch teilweise Veröffentlichung des Textes.

27. Die vorliegenden Richtlinien sind verbindlich, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.